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Randnotiz

Iraker an Ampel erschossen

07.06.2005  






Die Weltöffentlichkeit hat sich offenbar bereits so weit an das rücksichtslose Vorgehen der US-Besatzer im Irak gewöhnt, daß eine dpa-Meldung vom Montag praktisch vollständig ignoriert worden ist.

Einzig die Basler Zeitung berichtete in einer kurzen Meldung, daß US-Soldaten in der irakischen Hauptstadt Baghdad einen Fahrer des "irakischen Wohnungsbauministeriums" erschossen, als dieser an einer Ampel wartete.

Schon dies allein sollte ausreichen, über den Vorfall zu berichten, ist es doch nur äußerst schwer vorstellbar, daß ein an einer Ampel wartendes Fahrzeug eine Bedrohung darstellt. Tatsächlich eröffneten die Soldaten aber laut Augenzeugenberichten sogar das Feuer von hinten auf das Auto des Irakers.

Danach setzten sie ihre Patrouillenfahrt fort und ließen den getöteten Mann in seinem Auto zurück.

Die Soldaten hatten also anscheinend keinerlei Grund, das Feuer auf das Auto zu eröffnen und den Mann zu töten und hielten diesen Vorfall auch für so unwichtig, daß sie ihre Fahrt fortsetzten.

Sicherlich ist dies nur ein von seit Beginn des US-Angriffs auf den Irak mittlerweile weit über 100.000 getöteten Menschen im Irak. Aber auch dieser Mann hatte Eltern, vermutlich Brüder und Schwestern, Freunde und wahrscheinlich auch eine Frau und Kinder - die nun ohne Vater aufwachsen müssen.

Für all diese direkt betroffenen Menschen wird neben seinem Tod selbst vermutlich insbesondere diese Selbstverständlichkeit, mit der sein Tod hingenommen wird, ausschlaggebend sein. Weder die Soldaten, deren Vorgesetzte oder auch nur die "westlichen" Medien scheinen sich noch für derartige Verbrechen - hier ist sicherlich von Mord zu sprechen - zu interessieren.

Daß derartiges tagtäglich im Irak geschieht, kann keine Entschuldigung hierfür sein. Ganz im Gegenteil.



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