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Wachsendes Schweigen

Keine französischen Journalisten mehr im Irak

24.06.2005  






Wie die Organisation Reporters sans frontières (RSF, Reporter ohne Grenzen) am Freitag meldete, hat die letzte noch im Irak verbliebene Journalistin das Land verlassen.

Bereits am Dienstag hatte RSF berichtet, daß die Journalistin Anne-Sophie Le Mauff von den irakischen Behörden aufgefordert worden war, das Land zu verlassen. Ihrer Aussage zufolge geschah dies auf Bitte ihrer eigenen Regierung.

"Es ist inakzeptabel, wenn die französischen Behörden wirklich die Iraker zur Ausweisung Le Mauffs aufgefordert haben", so RSF. "Wir sind uns sehr wohl der Ernsthaftigkeit der Lage im Irak und der Risiken, die alle Journalisten, einschließlich französischer, dort eingehen, bewußt. Aber es ist nicht Sache der französischen Behörden, zu entscheiden, welcher Journalist im Irak bleiben soll und welcher nicht. Dies müssen die Journalisten selbst und ihre Arbeitgeber entscheiden. Regierungseinmischung, selbst aus Sicherheitsgründen, kann nicht toleriert werden."

Die französische Tageszeitung Le Canard Enchaîné hatte am 15. Juni berichtet, daß der französische Botschafter im Irak, Bernard Bajolet, Le Mauff in einem Brief aufgefordert hatte, den Irak zu verlassen. "Wie Ihre Kollegen müssen Sie sich fragen, ob die Freiheit und die Notwendigkeit, Nachrichten zu berichten, solche Risiken für Sie und die anderen aufwiegen, wie auch die ernsten Konsequenzen, die eine mögliche Entführung für Ihr Land haben könnte", so Bajolet in dem Brief. Sein folgender Satz "Es gibt keine Möglichkeit, eine Fortsetzung Ihrer Arbeit im Irak zu rechtfertigen" ist angesichts seines diplomatischen Hintergrunds an Aggressivität sicherlich kaum zu überbieten.

Trotzdem bestreitet das französische Außenministerium nun, die irakischen Behörden um die Ausweisung Le Mauffs gebeten zu haben.

Die erzwungene Ausreise der Journalistin bedeutet nicht nur einen weiteren Stein in der Mauer des Schweigens über die wahren Vorgänge im Irak, sondern wirft auch die Frage auf, auf wessen Seite die französische Regierung letztendlich tatsächlich steht.



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