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Nicht genügend Gleichschaltung

US-Politiker kritisieren Kritik an Irakkrieg

02.07.2005  






Am Donnerstag berichtete Reuters, daß mehrere republikanische Mitglieder des US-Senats andere Politiker und insbesondere die US-Medien kritisiert haben, weil diese den Irakkrieg ihrer Meinung nach nicht ausreichend positiv darstellen.

Dies - und nicht die Tatsache, daß es sich um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelt oder daß selbst den offiziellen Angaben des Pentagons zufolge bereits 1746 US-Soldaten im Irak getötet und tausende weitere den Rest ihres Lebens mit den Folgen ihrer schweren Verletzungen leben müssen - sei der Grund dafür, daß das US-Militär immer weiter unter den gesteckten Zielen für die Anwerbung neuer Rekruten bleibt.

So drängte der Stabschef des US-Heeres, General Peter J. Schoomaker, die Mitglieder des US-Kongresses, ihren "bedeutenden Einfluß zu nutzen, um dem amerikanischen Volk und jenen, die dort draußen Beeinflusser sind, wie wichtig es in einer Zeit wie dieser für unsere jungen Menschen ist, dieser Nation zu dienen."

US-Senator James M. Inhofe ging noch weiter. Seiner Ansicht nach würden Familien jungen Frauen und Männern "wegen all der negativen Presse da draußen" davon abraten, sich für den Dienst beim US-Militär zu melden.

Das Ziel dieser Kritik ist offensichtlich. Die Medien in den USA, aber auch andersdenkende Politiker, sollen dazu gebracht werden, ihre schon jetzt verhältnismäßig zurückhaltende Kritik am Irakkrieg aufzugeben und diesen vielmehr bejubeln.

Tatsächlich hat Inhofe bereits im Mai des vergangenen Jahres bewiesen, daß er ein ganz besonderes Verhältnis zu demokratischen Grundsätzen und auch dem Völkerrecht hat. Bei einer Senatsanhörung zu den Folterungen von Gefangenen durch US-Soldaten sagte er damals, er sei vielmehr "empört über die Empörung" als über die Folterungen selbst.

Die Tatsache, daß die Stimmen, die eine "patriotischere Berichterstattung" - also die kritiklose Verbreitung von Regierungspropaganda - fordern, in den USA immer lauter werden, ist mit der Darstellung der USA als "Vorzeigedemokratie" kaum vereinbar und scheint auf einen äußerst dunklen Pfad in die Zukunft hinzudeuten.



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