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Risse in der "Koalition"

Erste "Fragen" nach Abzug aus Usbekistan and Kyrgyzstan

06.07.2005  






Wie unter anderem die britische BBC am Dienstag berichtete, gibt es starke Anzeichen für wachsende Risse innerhalb der US-geführten "Koalition", die Afghanistan besetzt hält.

So wurden die USA in einer Abschlußerklärung einer Konferenz der "Shanghai Cooperation Organisation" (SCO), einer Organisation zentralasiatischer Länder, der neben Kasachstan, Kyrgyzstan, Tajikistan und Usbekistan auch Rußland und China angehören, aufgefordert, einen Zeitplan für den Abzug von Basen in den genannten Ländern und der Benutzung ihrer Lufträume zu nennen. Derzeit befinden sich in Usbekistan und Kyrgyzstan US-Basen, von denen aus die Besatzung Afghanistans unterstützt wird.

"In Anbetracht dessen, daß die aktive Phase der militärischen Antiterror-Operation in Afghanistan beendet ist, betrachten es Mitgliedsländer ... als unerläßlich, daß die wichtigen Teilnehmer der Antiterror-Koalition Fristen für die zeitweise Nutzung" von Basen in Zentralasien setzen, so die Erklärung.

Die russische Mosnews zitierte Sergeij Prikhodko, einen Berater des russischen Präsidenten Vladimir Putin, mit den Worten: "Die aktive Phase ist nun beendet und es ist wichtig zu wissen, wann sie nach Hause gehen. ... Niemand sagt ihnen, daß es morgen, in einem Monat, in fünf Monaten oder in eineinhalb Jahren sein sollte, aber es ist nur aufrichtig, wenn die SCO-Mitglieder wissen, bis wann die Antiterror-Koalition [die Länder] verlassen wird."

Prokhodkos Aussage könnte zweifellos so gedeutet werden, daß nach russischer Ansicht die Anwesenheit des US-Militärs in Usbekistan und Kyrgyzstan höchstens noch eineinhalb Jahre geduldet werden kann. In Washington wird dieser "diplomatische Warnschuß" sicherlich nicht ungehört bleiben, was die dortige Ansicht, China würde sich in der Zukunft zum Hauptgegner der USA entwickeln, stützen dürfte. Tatsächlich wirkt sich die Forderung der SCO keineswegs nur auf Afghanistan aus, sondern vielmehr auch auf die US-Strategie, eine dauerhafte Truppenpräsenz in der Region zu erlangen.





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