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Es war einmal ein Zarqawi

Ein etwas anderes Märchen

08.07.2005  


Yavuz Özoguz




Seit gestern ist die Geschichte spannender als vorher, Zarqawi will nach Eroberung des Irak in Richtung Jerusalem wandern, wahrscheinlich mit seiner Anti-Schiiten-Miliz, aber wir wollen die Geschichte ausführlich erzählen, denn sonst versteht man sie nicht. Daher also von Anfang an:

Es war einmal ein Mann, der hieß Osama und nicht Zarqawi. Und der war mächtig böse aber mehr böse als mächtig. Zwar kannte ihn niemand, weder diejenigen, die angeblich seine Anhänger waren, noch seine angeblichen Feinde, aber er flog in zwei Türme. Natürlich flog er nicht selbst, sondern seine Anhänger, die ihn nicht kannten, aber dafür überall arabische Bücher namens Koran liegen ließen als Schnitzeljagd für den investigativen Journalismus, die eigentlich Dichter heißen. Manchmal warfen die Bösen auch Pässe aus Luftschiffen.

Jener böse Osama lebte mit seinem Turban anschließend in irgendwelchen Höhlen, wo man ihn fast erwischt hätte, aber eben nur fast. Ab und zu tauchte er in den Medien auf, aber eben nur ab und zu. Manchmal war er verletzt oder auch nicht, aber eben nur manchmal. Er war mal hier und mal da, aber eben mal, und mal auch nicht. Nur an einem Ort konnte er nicht sein, und das war der Irak. Das wäre nämlich ziemlich dumm, wenn selbst ein Saddam in einem Erdloch im Irak gefunden werden kann, aber ein Osama nicht. Saddam selbst steht immer noch nicht vor den Nürnberger Prozessen, aber das ist ja auch kein Wunder, denn Nürnberg liegt nicht im Irak. Und Osama steht auch nicht in Nürnberg, denn nicht einmal seinen angeblichen Anhängern, die ihn nicht kennen, konnte in jenem Land der Franken irgendetwas nachgewiesen werden. Also ist Osama weder im Irak noch in Nürnberg, und manchmal ist er hier und manchmal da. Und seine Anhänger sind jetzt nicht im Land der Franken und nicht im Irak sondern in Marokko, aber das ist weit weg.

Aber irgendwer muß ja auch im Irak sein. Und das ist eben Zarqawi. Manchmal heißt er auch Sarkawi. Zarqawi kommt gut an in der westlichen Welt, denn er trägt keinen Turban sondern eine Hip-Hop-Mütze. Jener Zarqawi ist ziemlich laut böse auf die USA und droht Israel mit allem Möglichen und Unmöglichen, obwohl er keinen Turban trägt. Aber er tötet fast ausschließlich Muslime. Er behauptet nach Jerusalem wandern zu wollen. Aber der gute König von jenem Land nebenan, das noch dazwischen liegt, wird dennoch nicht nervös, denn er weiß, daß Zarqawi anders herum um die Erde nach Jerusalem will! Denn seine Anti-Schiiten-Brigade will nach Osten, und da liegen andere Länder zwischen dem Irak und Jerusalem. Bei seiner Wanderung trifft er ja möglicherweise auch Osama. Zwischendurch jagt er noch die Botschaft des Iran in die Luft und entführt einige Botschafter muslimischer Länder.

Zarqawi ist damit zu einer echten Bedrohung für die USA geworden, denn wenn er schon die Iraner angreift, was sollen die USA dann tun? Schließlich regiert in jenem bösen Iran neuerdings ein ultrakonservativer linksradikaler revolutionärer Hardliner, der noch böser ist als Osama und Zarqawi, denn der hat weder Turban noch Hip-Hop-Mütze. Und der will den Armen Geld geben. Aber das Geld will er vom Öl nehmen, und das darf er nicht, denn das Öl gehört den USA.

Eigentlich ist die Geschichte noch ziemlich lang und kompliziert, sie kann aber auch hier aufhören, denn sie endet, wie alle anderen Geschichten auch: Und wenn die Osamas und Zarqawis noch nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute, sie leben weiter in der Feder und Tastatur von Dichtern, die jede Geschichte aus dem Schwarzen Haus weiter erzählen, so laut sie nur können!

Und das Happy-End der Geschichte, wo ist es? Das gute Ende gibt es auch: Denn die Menschen erkennen immer mehr, daß die Realität anders ist als die Märchen und Geschichten, die uns tagtäglich vor dem einschlafen vorgelesen werden, und mancher kann bei dem Gedanken auch nicht mehr ruhig schlafen, aber das ist gut so, denn dann wacht er möglicherweise endlich auf aus seinem Tiefschlaf!





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