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Normalität in Baghdad

Neue alte Methoden von Polizei und Militär

20.07.2005  






Auf den ersten Blick scheint eine Reuters-Meldung vom Dienstag angesichts der katastrophalen Lage im Irak im dritten Jahr der Besatzung kaum der Rede wert. Demnach haben etwa 30 Ärzte eines der größten Krankenhäuser der irakischen Hauptstadt Baghdad am Dienstag begonnen zu streiken, um gegen Mißhandlungen durch "irakische Soldaten" zu protestieren.

Auslöser war den Ärzten zufolge, daß Soldaten am Montag in eine Frauenabteilung des Krankenhauses Yarmouk eindrangen und dort Vorhänge öffneten und Durchsuchungen durchführten, während Patientinnen in ihren Betten lagen.

Ein 27-jähriger Internist berichtete, daß ein Soldat in bedroht und mißhandelt hat.

"Bevor er ging sagte er 'Warum guckst du mißbilligend?' Dann kam er und schlug mir leicht auf den Arm, bevor er mir sein Gewehr in den Magen stieß und es durchlud", so der Arzt, der aus Angst vor Repressalien anonym bleiben wollte, gegenüber der Nachrichtenagentur. "Ich blieb ruhig, aber Angehörige der Patientinnen sagten ihm, er solle sich beruhigen, bevor sie ihn aus dem Zimmer zogen. In dem Moment kamen vier weitere Soldaten hinein und richteten ein Gewehr auf meinen Kopf. An dem Punkt bekam ich Angst und flehte sie an, mich in Ruhe zu lassen."

Schon die Tatsache, daß statt Polizisten Soldaten in das Krankenhaus eindrangen, um dort eine "Durchsuchung" durchzuführen, obwohl es keinerlei Berichte gibt, die auch nur auf eine mögliche Bedrohung schließen ließen - geschweige denn Gefahren, die den Einsatz des Militärs rechtfertigen würden - scheint kaum zum Bild eines durch einen US-geführten Angriffskrieg "demokratisierten" Landes zu passen.

Das Verhalten der Soldaten belegt ein weiteres Mal, daß sie nach wie vor die gleichen Methoden anwenden, wie zur Zeit Saddam Husseins.

Zwei wenig beachtete Meldungen der letzten Wochen zeigen, daß die "irakische Polizei" offenbar ebenfalls zu den alten Methoden zurückgefunden hat.

So berichtete AFP am 16. Juli, daß Akram Ahmed Rasul al-Bayati, ein Generalmajor in Saddam Husseins Armee und sein Sohn Ali am Abend des vorangegangenen Freitags erschossen wurden, nachdem sie zuvor am Sonntag von Kommandoeinheiten der "Polizei" verhaftet worden waren. Omar, ein weiterer Sohn al-Bayatis, war ebenfalls verhaftet, aber zuvor freigelassen worden. Ein Onkel Omars hatte 7.000 US-Dollar für die Freilassung der anderen beiden Männer gezahlt. Als sie ihm am Abend im Baghdader Stadtteil Talaba übergeben werden sollten, sah er, wie sie von einem Unbekannten, in dessen Auto sie zum vereinbarten Treffpunkt gebracht worden waren, erschossen wurden.

In der gleichen Woche hatten sowohl KnightRidder als auch IslamOnline berichtet, daß 10 Iraker getötet wurden, während sie sich in Gefangenschaft der "irakischen Polizei" befanden. Die Männer waren zusammen mit einem elften, der überlebte, mehrere Stunden in einem luftdicht abgeschlossenen Container bei Temperaturen von bis zu 46 Grad Celsius eingesperrt gewesen.

Da sowohl das "irakische Militär" als auch die "irakische Polizei" von den US-Besatzern aufgestellt, "ausgebildet" und letztlich auch weiterhin kontrolliert werden, ist den USA hier bestenfalls völliges Versagen, möglicherweise aber auch die bewußte Unterstützung derartiger Verbrechen vorzuwerfen.



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