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Mehr oder weniger tödlich

Über die Gefährlichkeit der Mikrowellenwaffen

23.07.2005  






Ein Artikel des NewScientist vom Freitag zeigt, daß die zukünftig vom US-Militär im Irak eingesetzten Mikrowellenwaffen alles andere als ungefährlich sind.

Die Einführung der "Active Denial System" (ADS) genannten Waffen ist einem kürzlichen Bericht des Boston Globe zufolge ins nächste Jahr verschoben worden, während hierfür im vergangenen Dezember noch Ende dieses Jahres genannt wurde. Zu den Gründen hierfür gehört offenbar neben Bestrebungen, die Sendeantennen und die Energieversorgung zu verkleinern auch der Versuch, die Öffentlichkeit von ihrer Ungefährlichkeit zu überzeugen. Dies dürfte nach der Veröffentlichung des NewScientist zumindest schwerer fallen.

Edward Hammond, der Leiter des "Sunshine Project", einer Organisation, die sich gegen biologische und "nicht-tödliche" Waffen einsetzt, gelang es durch Anfragen im Rahmen des US-Informationsfreiheitsgesetzes (FOIA), Details über mehrere Versuche in Erfahrung zu bringen.

Die Versuche wurden in den Jahren 2003 und 2004 auf der US-Luftwaffenbasis Kirtland in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico durchgeführt. Bei zwei Versuchen wurde den freigegebenen Dokumenten zufolge die "Schmerztoleranz" geprüft, während bei einem dritten Freiwillige im Rahmen "einer begrenzten Bewertung der militärischen Nutzbarkeit" Angreifer spielten, die mittels des ADS abgewehrt wurden.

Während den Versuchen war es den Versuchspersonen untersagt, Brillen oder Kontaktlinsen zu tragen, um mögliche Augenschäden zu verhindern. Bei dem zweiten und dritten Versuch mußten alle metallischen Gegenstände wie Münzen und Schlüssel entfernt werden, um zu verhindern, daß diese gefährlich erhitzt wurden und "heißen Flecken" auf der Haut führten. Selbst die Kleidung der Versuchspersonen wurde auf bestimmte Nähte, Knöpfe und Reißverschlüsse hin untersucht.

Es ist offensichtlich, daß bei einem Einsatz der Waffe die "Gegner" - oder auch demonstrierende Zivilisten - nicht derartige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen haben werden. Insbesondere die Gefahren durch das Tragen von Sehhilfen sind zweifellos schwerwiegend. Dem US-Militär zufolge erzeugt die Waffe innerhalb von wenigen Sekunden einen derart intensiven Schmerz, daß getroffene Personen nur noch versuchen, dem Energiestrahl zu entkommen. Neil Davison, Koordinator einen Forschungsprojektes für "nicht-tödliche" Waffen an der britischen Universität von Bradford zeigte sich allerdings nicht überzeugt, daß es nicht doch zu Verletzungen kommen könnte. "Wie stellt man sicher, daß die Dosis nicht die Grenze zu bleibenden Schäden überschreitet", fragte er. "Was passiert, wenn jemand in einer Menge, aus welchem Grund auch immer, nicht in der Lage ist, sich dem Strahl zu entziehen? Schaltet die Waffe ab, um eine Überdosis zu verhindern?"

Erfahrungen mit einer anderen nach Herstellerangabe "weniger-tödlichen" Waffe - "Taser" genannte Elektroschockwaffen - bei deren Einsatz schon zahlreiche Menschen getötet wurden, zeigen deutlich, daß hier kaum auf Zurückhaltung der die Waffen Bedienenden zu hoffen ist. Erst in der vergangenen Woche starb ein Mann in den USA, nachdem er von Polizisten sechs Mal mit einem "Taser" angegriffen wurde.

Während der Versuche auf der Luftwaffenbasis kam es außerdem zu mindestens einem Fall von Verbrennungen. Dabei war der Energiegrad der Waffe "falsch eingestellt" worden. Dies belegt zweifelsfrei, daß diese Waffen auch dazu verwendet werden können, Menschen schwere Verletzungen zuzufügen, wenn sie entsprechend "eingestellt" werden.



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