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Folgen der Genmanipulation

Gen springt auf andere Pflanzenarten über

26.07.2005  






Ein Bericht des britischen Guardian vom Montag belegt, was von Gegnern genveränderter Pflanzen immer wieder befürchtet und von diese Technik verteidigenden Wissenschaftlern immer wieder als unmöglich bezeichnet worden ist.

Die Gensequenz einer genveränderten Rapssorte, die für deren Unempfindlichkeit gegen ein Unkrautvernichtungsmittel verantwortlich ist, ist demnach auf die von Landwirten als Unkraut angesehene Pflanzenart Ackersenf und auf eine Kohlsorte übergegangen. Der so veränderte Ackersenf war im Rahmen eines Feldversuchs in Großbritannien offenbar durch Pollen von dem Raps auf den Ackersenf übertragen worden. Wissenschaftler, die das Feld im Rahmen des Versuchs untersuchten, fanden die Pflanze, setzten sie dem - eigentlich - für sie tödlichen Unkrautvernichtungsmittel aus und stellten fest, daß es der Pflanze offenbar keinen Schaden zufügte.

Dies ist das erste Mal, daß - zumindest öffentlich bekannt - wissenschaftlich dokumentiert wurde, daß ein solcher Fall eingetreten ist. In der Vergangenheit ist es zwar schon häufiger vorgekommen, daß Pflanzen in Feldern von gentechnisch veränderten Pflanzen, die dementsprechend mit großen Mengen "Pflanzenschutzmitteln" behandelt wurden, durch eigene Evolution den Chemikalien gegenüber resistente Stämme hervorbrachten, dies geschah aber bisher nie durch die Übertragung von Pollen.

Zwar gelang es den Wissenschaftlern nicht, aus den Samen der Pflanze neu Pflanzen zu ziehen, Dr. Brian Johnson, ein Mitglied der Beratergruppe der britischen Regierung in Umweltfragen "English Nature", zeigte sich allerdings überzeugt, daß dies kein Beweis dafür sei, daß die Pflanze ihre Eigenschaften nicht vererben konnte.

"Es gibt allen Grund, anzunehmen, daß die genveränderte Eigenheit in den Pollen der Pflanze gewesen sein und so zu anderen umstehenden Ackersenfpflanzen in der Umgegend transportiert worden sein könnte und so die Eigenschaft verbreitet wurde. Das ist schließlich, wie die artübergreifende Befruchtung zwischen Raps und Ackersenf am Anfang überhaupt stattgefunden haben muß", so Johnson.

Mindestens ebenso bemerkenswert wie die Tatsache, daß es zu diesem artenübergreifenden Sprung der Resistenz gegenüber dem Unkrautvertilgungsmittel gekommen ist, ist sicherlich die Tatsache, daß diese Erkenntnis erst zwei Jahre nach Ende der Studie veröffentlicht wurde.

Emily Diamond, eine Forscherin im Bereich der Gentechnik der Organisation "Friends of the Earth" ("Freunde der Erde") sagte: "Ich war schockiert, als ich dieses Papier sah. Das ist, was uns versichert wurde, daß es nicht passieren würde - und doch ist es passiert und der Fund wurde verheimlicht. Das ist genau das, wovor die Franzosen und die Griechen Angst hatten, als sie sich der Einführung von Genraps entgegenstellten."

Auch wenn es sich hierbei bisher um einen Einzelfall zu handeln scheint - was augenscheinlich auch daran liegen mag, daß andere Fälle bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind - so zeigt dies doch, daß die Übertragung gentechnisch veränderter Eigenschaften von einer Pflanzenart zu einer anderen möglich ist.



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