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"Israelischer Terror ist schlimmer"

Frühere israelische Ministerin erhebt schwere Kritik

31.07.2005  






Einem Bericht der israelischen Yedioth Ahronoth vom Freitag zufolge hat eine frühere israelische Ministerin schärfste Kritik am Vorgehen der derzeitigen Regierung Israels gegenüber den Palästinensern geäußert.

Demnach hat Shulamit Aloni, die von 1992 bis 1996 im Kabinett Yitzhak Rabins israelische Bildungsministerin war, gegenüber der arabisch-israelischen Zeitung Kul al-Arab gesagt, der "israelische Terror ist schlimmer" als der palästinensische.

"Sharon ist ein großer, arroganter Nationalist. Er leidet unter Megalomanie und es ist ihm gleichgültig, die Leben von anderen zu opfern, wie dies bei der Invasion in den Libanon geschehen ist", so Aloni.

"Sharon und die israelische Führung versuchen immer, die Israelis die Lüge glauben zu machen, daß die Palästinenser uns ins Meer treiben wollen", sagte sie. "Tatsächlich sind wir diejenigen, die Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit begehen und ich hoffe, daß Sharon vor Gericht kommt."

Hinsichtlich des israelischen "Abzugsplans" aus dem Gaza-Streifen äußerte sie die Befürchtung, dieser würde das Leben der Palästinenser "in die Hölle" verwandeln. "Ich möchte anmerken, daß das Knesset-Mitglied der Nationalen Vereinigung [Binyamin] Benny Elon kürzlich sagte, daß Siedler vorhaben, das Leben der Palästinenser in der West Bank zu vergällen, bis sie von dort auswandern", so Aloni. "Ich sehe den Beweis hierfür in der Existenz einer Einheit der israelischen Armee, die aus radikal-religiösen Soldaten besteht, die in ihrem täglichen Verhalten Tieren in nichts nachstehen."

Sie zeigte sich außerdem überrascht, daß Israelis weiterhin die "Rolle von Opfern" spielten und daß dies von der US-Regierung akzeptiert würde, während sie "die Tatsache ignorieren, daß wir eine der mächtigsten Armeen im Mittleren Osten besitzen."

Auch wenn sie den "israelischen Terror" als "schlimmer" als den "palästinensischen Terror" bezeichnete, so sprach sie sich doch für eine sofortige Einstellung der palästinensischen Anschläge aus.

"Es ist wahr, daß der von Israel in den [besetzten] Gebieten angewandte Terror schlimmer ist als der palästinensische Terrorismus, aber die Hamas-Bewegung gibt der Besatzung die Gelegenheit und die Mittel, um sich zu verschärfen", sagte sie.

Sie ließ auch keinen Zweifel daran, daß sie für die Zukunft eines sich wie bisher weiterentwickelnden Israels mindestens ebenso schwarz sieht wie der israelische Menschenrechtler Uri Avnery in einem Artikel. "Ich kann Ihnen Mussolinis Bücher über den Faschismus zeigen. Wenn Sie sie lesen, werden Sie unweigerlich zu dem Schluß kommen, daß sich Minister der gegenwärtigen israelischen Regierung auf dem gleichen Weg befinden."

Über den israelischen Verteidigungsminister Shaul Mofaz sagte sie: "Nur in einem Land wie diesem kann ein Mörder ... den Posten des Verteidigungsministers erreichen. Israel unterscheidet sich tatsächlich nicht vom rassistischen Südafrika, solange es sich als jüdischen Staat statt als Staat aller seiner Bürger darstellt."



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