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Proteste gegen UN-Massaker in Haiti

Sofortiger Abzug gefordert

03.08.2005  






Wie San Francisco Bay View bereits in der vergangenen Woche berichtete, ist es als Reaktion auf das von UN-Soldaten begangene Massaker an Zivilisten in mehreren Staaten zu weiteren Demonstrationen gekommen, in denen der sofortige Abzug aller UN-Soldaten gefordert wurde.

UN-Soldaten hatten am 6. Juli in dem Stadtteil Cité Soleil der Hauptstadt des Landes Port-au-Prince nach eigenen Angaben eine "Razzia gegen Verbrecherbanden" durchgeführt. Zahlreiche Anwohner, Ärzte und Menschenrechtsaktivisten sagten hingegen aus, daß es sich bei vielen der 23 dabei getöteten Menschen um unbewaffnete und unschuldige Zivilisten handelte. Dies wird auch durch Videoaufnahmen bestätigt, die zeigen, wie mehrere unbewaffnete Menschen getötet wurden. Anwohner berichteten, daß bei dem Angriff Hubschrauber, Panzer und Maschinengewehre zum Einsatz kamen.

In den vergangenen Wochen ist es daraufhin in Haiti selbst, aber auch in zahlreichen Städten der USA - darunter Washington, San Francisco, Boston, New York und Miami - als auch in Kanada, Brasilien und Frankreich zu wenn auch meist kleineren Demonstrationen gekommen. Während die USA und Frankreich den Putsch gegen den damaligen Präsidenten Haitis, Jean-Bertrand Aristide, unterstützt hatten, haben die brasilianischen Truppen den Oberbefehl über das UN-Kontingent in Haiti.

In Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, übergab eine 15-köpfige Delegation, zu der auch Mitglieder des Kongresses und Gewerkschaftsführer gehörten, einen Brief an Lula da Silva, den Präsidenten Brasiliens, in dem ein Abzug aller brasilianischen Soldaten aus Haiti gefordert wurde und der von zahlreichen bekannten Persönlichkeiten unterzeichnet worden war.

Einer der Initiatoren dieser Demonstrationen, der römisch-katholische Geistliche Gérard Jean-Juste, ist am 22. Juli von der Polizei in Haiti verhaftet worden. Ihm wird von offizieller Seite die Beteiligung an der Entführung und Ermordung des Journalisten Jacques Roche zur Last gelegt. Roche war am 10. Juli entführt worden. Am 15. Juli, nachdem das Lösegeld nicht bezahlt worden war, wurde seine Leiche gefunden.

Tatsächlich befand sich Jean-Juste zum Zeitpunkt der Tat allerdings in den USA. In der Vergangenheit war er allerdings schon des öfteren zum Ziel von Repressionen durch die Polizei und andere Behörden des Landes geworden, da er sich in Radiosendungen als auch in seinen Predigten immer wieder offen gegen die "Besatzung durch die UN" und für eine Rückkehr Aristides ausgesprochen hat.

Daher wurde der 59-Jährige, der sich derzeit in Einzelhaft im Staatsgefängnis in der Hauptstadt Haitis befindet, am Montag der vergangenen Woche von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zum "politischen Häftling" erklärt.



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