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Weg in die Einfalt

Springer kauft ProSiebenSat.1

05.08.2005  






Die Verhandlungen sind offenbar abgeschlossen. Sollte nicht noch die deutsche Kartellbehörde unerwartet Einspruch erheben, so wird das Verlagshaus Springer die Anteilsmehrheit an der ProSiebenSat.1 AG von ihrem bisherigen Eigentümer Haim Saban übernehmen.

Die Folgen dieses etwa 2,5 Milliarden Euro teuren Firmenzusammenschlusses sind nicht schwer vorstellbar. Schon unter Saban schienen es sich bei den zugehörigen Sendern Sat.1, ProSieben und N24 aufgrund offener und verdeckter kanalübergreifender gegenseitiger Werbung eher um einen, auf verschiedenen Kanälen mit unterschiedlichem Programm ausstrahlenden Sender zu handeln. Die Ausweitung dieses offenbar erfolgreichen Konzepts hinüber in die Druckprodukte aus dem Haus Springer - und umgekehrt - erscheint mehr als wahrscheinlich, wenn nicht sogar als der Hauptgrund für den Kauf.

Da die arbeitsvertraglichen Anordnungen des Hauses Springer, "den Staat Israel zu unterstützen" und "Solidarität mit den USA" zu üben zweifellos in Zukunft auch für die Mitarbeiter des von Springer gekauften Senders gelten werden, könnte es sein, daß jene, die die Sender bisher wegen mangelnder Qualität in der Berichterstattung kritisiert haben, sich bald nach diesen Tagen zurücksehnen werden.

Durch die Übernahme entsteht mit Springer nach dem Bertelsmann-Konzern, der auch die RTL-Gruppe besitzt, ein zweiter mehrere Medien übergreifender Konzern. Da scheint es kaum angebracht, in der privaten Fernsehlandschaft noch von "Vielfalt" zu sprechen, sieht man von Nischensendern wie Verkaufskanälen oder Gewinnspielsendern, die vorrangig die auf die eigenen Gewinne achten, ab.





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