www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Vor 60 Jahren

Tödliches Experiment in Japan

06.08.2005  






Heute um 01:15 Uhr (08:15 Uhr Ortszeit) vor 60 Jahren starben in der japanischen Stadt Hiroshima in dem tödlichen Inferno der ersten gegen Menschen eingesetzten Atombombe 70.000 bis 80.000 Menschen. Bis Ende des Jahres starb noch einmal die gleiche Zahl an durch den Angriff erlittenen Verletzungen, Verbrennungen und Strahlenschäden. Zahllose weitere starben in den Folgejahren bis heute uns insbesondere die Folgegeneration war von schweren Erbgutschäden betroffen.

Drei Tage später folgte die Bombardierung der Stadt Nagasaki, bei der wiederum etwa 75.000 Menschenleben innerhalb weniger Augenblicke ausgelöscht wurden.

Zwar befanden sich in Hiroshima auch Unternehmen der Rüstungsindustrie und militärische Einrichtungen wie beispielsweise ein Flottenhauptquartier, der allergrößte Teil der Bewohner der Stadt bestand aber aus Zivilisten, darunter auch zahlreiche Zwangsarbeiter aus Korea und China. Letztlich dürften die militärischen Ziele bei der Auswahl der Ziele kaum eine Rolle gespielt haben, sollte durch den Einsatz der Atombombe doch ausdrücklich die Kapitulation Japans erzwungen werden.

Der üblichen Darstellung der USA zufolge wurden die Atombomben eingesetzt, weil bei einer Invasion mit Verlusten von etwa 60.000 Soldaten allein auf Seiten der USA gerechnet wurde. Schon hier zeigte sich also, daß das US-Militär - aber sicherlich nicht nur dieses - dem Leben der Zivilbevölkerung eines "gegnerischen Landes" - wie jetzt auch im Irak nur zu deutlich sichtbar - keinerlei Wert beimißt.

Insbesondere die Auswahl Hiroshimas als Ziel für die von dem Bomber "Enola Gay" abgeworfene, "Little Boy" ("kleiner Junge") genannte Atombombe deutet allerdings auf einen noch weitaus verbrecherischen Hintergrund hin.

Wie schon im Fall Dresdens, das vom 13. bis 15. Februar 1945 von britischen und US-Bombern mit einer Kombination aus Spreng- und Brandbomben zum großen Teil zerstört wurde - eine Angriffstechnik, die nach dieser "erfolgreichen" Erprobung ab März 1945 gegen zahlreiche japanische Städte eingesetzt und zum Tod von mindestens 500.000 Menschen geführt hat - wurde mit Hiroshima eine Stadt vernichtet, die bis dahin völlig von Angriffen verschont geblieben war.

Schon kurz nach der Kapitulation Japans - die möglicherweise mehr mit dem Kriegseintritt Rußlands gegen Japan zu tun hatte als mit den beiden Atombombenangriffen - eine Woche nach der Vernichtung Nagasakis begannen US-Wissenschaftler und Militärs, die Folgen der Angriffe in beiden Städten genau zu dokumentieren und zu analysieren. Andererseits lag die japanische Wirtschaft zum Zeitpunkt der Atombombenabwürfe bereits am Boden, die Menschen hungerten und es gab erste Kontakte der japanischen Führung nach Rußland, um den Krieg zu beenden, so daß höchstwahrscheinlich weder eine Invasion noch die Atombombenabwürfe notwendig gewesen wären, um Japan schließlich zur Aufgabe zu bewegen.

Die Motivation, die Wirkung "der Bombe" bei einem Angriff auf "echte" Ziele zu erproben, war also mit großer Wahrscheinlichkeit eine der Haupttriebfedern der Atombombenabwürfe. Der Tod von weit mehreren 100.000 Zivilisten und unfaßbaren Folgen für nachfolgende Generationen wurde also bei der Durchführung dieses "Experiments" billigend in Kauf genommen. Wenn ein solches Vorgehen nicht als Kriegsverbrechen bezeichnet wird, so scheint die Schlußfolgerung, daß dies damit zusammenhängt, daß es von der letztlich siegreichen Seite begangenen wurde, unumgänglich.

Letztlich ist aber zu vermuten, daß die Atombomben hauptsächlich deshalb eingesetzt wurden, weil sie dem Militär zur Verfügung standen - wie auch bisher in Kriegszeiten jede verfügbare Waffe eingesetzt wurde und zweifellos auch zukünftig wird. Die Vergangenheit als auch insbesondere die Gegenwart zeigen aber, daß dies keineswegs als Warnung gegen die Entwicklung weiterer Waffen verstanden wurde.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail