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Geschichtsstunde

Näherkommender Gleichschritt

06.08.2005  






Am Freitag berichteten sowohl die New York Times als auch NBC News und darauf aufbauend zahlreiche weitere Medien, daß ein großer Teil der Bomben, die vom irakischen Widerstand gegen die Besatzer eingesetzt werden, aus dem Iran in das Land geschmuggelt würden.

Beide Medien beriefen sich in ihren Berichten auf Aussagen namentlich ungenannter Mitarbeiter von US-Geheimdiensten und des US-Militärs.

Demnach ist in der vergangenen Woche im Nordosten des Iraks eine "große Lieferung" hochexplosiver Bomben gefunden worden. Es seien "mehrere Dutzend Hohlladungen" gefunden worden, die ihre Explosionswirkung praktisch nur in eine Richtung entfalten und so ihre zerstörerische Wirkung vergrößern. Den anonym zitierten Aussagen stammte diese "Lieferung" aus dem Iran. Daß im Irak sowohl riesige Mengen an Sprengstoff in unzähligen Verstecken lagern als auch unzählige Menschen im Militär Saddam Hussein auch im Bau solcher Bomben geschult wurden und derartige "Lieferungen" daher kaum notwendig sein dürften, wurde hierbei geflissentlich ignoriert.

Anonyme "Quellen" belieferten also erneut Medien mit angeblichen "Informationen", für die es keinerlei Beweise, geschweige denn auch nur Photos der angeblich gefundenen Bomben gibt. Trotzdem werden diese "Informationen" seitens der Medien widerspruchslos akzeptiert und weitergegeben, obgleich seit längerem klar ist, daß sich die USA derzeit in der "verbalen Vorbereitungsphase" eines Angriffs auf den Iran befinden und daher insbesondere solche vermeintlichen "Lecks" höchst fragwürdig sind.

Dies ist auch das eigentliche Problem an diesen Meldungen. Nicht, daß die US-Regierung und das US-Militär weiterhin zielstrebig an einem "Fall gegen den Iran" arbeiten, um letztlich zumindest einen Vorwand für einen weiteren Angriffskrieg zu besitzen, sondern daß dies von den Medien klaglos unterstützt wird.

Dabei ist es gerade einmal drei Jahre her, daß genau die gleichen Methoden angewandt wurden, um einen "Fall gegen den Irak" zu konstruieren. Obwohl mittlerweile bekannt ist, daß all die damals vorgebrachten "Gründe" nichts als in vollem Bewußtsein dessen vorgebrachte Lügen waren, so wiederholt sich die Geschichte nun bereits erneut. Erneut gibt es ein Orchester aus mehr oder minder versteckten Drohungen, vorgeblichen "Informationslecks" aus "Geheimdienstkreisen" und unerfüllbaren Forderungen der US-Regierung.

Und doch spielen die Medien ihre seitens der Kriegstreiber so dringend benötigte Rolle, um der Bevölkerung klarzumachen, daß es letzten Endes keine Alternative zu einem weiteren Krieg gegen ein weiteres "Reich des Bösen" geben wird.

Natürlich ist ein an "die Medien" vorgebrachter Vorwurf hier ebenso falsch wie Vorwürfe gegen "die Amerikaner", gibt es doch in beiden Gruppen Mitglieder, die sich gegen den Kriegsdurst der US-Regierung stellen. Und doch ist dieser Vorwurf letztlich richtig, da dies eben auch eine Frage dessen ist, was in Medienkreisen als "Reichweite" bezeichnet wird. Wenn die "großen Medien" sich darin einig sind, die angeblichen "Informationen" als wahr zu präsentieren, so ist es kaum von Bedeutung, wenn eine lokale Tageszeitung oder ein kleiner Fernsehsender dies nicht tut.

Die Gründe für dieses Verhalten sind schließlich auch gleichgültig, ob es sich nun um Einflußnahme von oben, vermeintliche oder tatsächliche finanzielle Interessen, Haß auf Andersgläubige oder einfach eine viel zu kurz bemessene Aufmerksamkeitsspanne, die die Lehren aus den Vorbereitungen für den Irakkrieg bereits wieder verdrängt hat, handelt, übrig bleibt doch, daß dieses System für die US-Regierung kaum besser funktionieren könnte.



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