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"Offener Vollzug" für alle

Komplettüberwachung mittels RFID-Chips

11.08.2005  






In den USA zeichnet sich derzeit immer deutlicher eine Entwicklung ab, die die Freiheit der Menschen nicht beschränken, sondern sie ihnen effektiv gesehen sogar vollständig nehmen würde: die Einführung der Verfolgbarkeit aller Menschen mittels implantierter RFID-Chips.

Bereits am 31. Juli berichtete die britische "The Business", daß Tommy George Thompson, der bis Anfang dieses Jahres Gesundheitsminister im Kabinett von US-Präsident George W. Bush war, sich für einen Plan einsetzt, den Bürgern des Landes RFID-Chips unter die Haut einzupflanzen.

Dies soll Thompsons Darstellung zufolge ärztliche Behandlungsfehler aufgrund fehlender oder falscher Informationen über einen Patienten verhindern, da zeitgleich eine landesweite Datenbank von der US-Gesundheitsbehörde aufgebaut würde, in der die Krankendaten aller US-Bürger gespeichert wären. Im Falle einer Behandlung würde dann der eingepflanzte RFID-Chip drahtlos abgefragt werden, so daß die Ärzte detaillierte Informationen über den Patienten erhielten. Thompson zeigt sich überzeugt, daß so das Leben "tausender Menschen" pro Jahr gerettet werden könne.

Um zu beweisen, daß er selbst von diesen Plänen überzeugt ist, kündigte er an, sich selbst in nächster Zeit einen solchen RFID-Chip in seinen Arm implantieren zu lassen.

Nun kann Thompsons Begeisterung für diesen Plan kaum überraschen, ist er doch mittlerweile Vorstandsmitglied des Unternehmens Applied Digital, dem wiederum das Unternehmen VeriChip, das auf die Herstellung eben solcher implantierbarer RFID-Chips spezialisiert ist, gehört. Die Tatsache, daß er selbst bis vor wenigen Monaten Gesundheitsminister war und die daraus resultierenden Beziehungen machen eine tatsächliche Durchführung der Pläne allerdings sicherlich äußerst wahrscheinlich.

Auch auf anderen Gebieten wird in den USA bereits RFID-Technik zur leichteren Überwachung zumindest von Teilen der Bevölkerung verwendet.

So meldete Heise Online am Dienstag, daß Menschen bei der Einreise in die USA an 5 Grenzübergängen zu Mexiko nun im Rahmen eines Versuchs ein Dokument erhalten, das einen RFID-Chip "mit einer Seriennummer" enthält. Die Behauptung der US-Behörden, es bestünden hohe technische und finanzielle Hürden für ein Auslesen durch Unberechtigte, so daß eine allgemeine Verfolgung praktisch auszuschließen sei, da zum Auslesen der RFID-Chips eine spezielle Hardware benötigt werde, ist mehr als fragwürdig, ist es doch gerade diese "spezielle Hardware", die derzeit in zahllosen Geschäften vor der Einführung steht.

Auch ein beispielsweise von MSNBC Mitte des letzten Monats veröffentlichter Bericht, ein RFID-Chip des Herstellers VeriChip habe die "Entführung eines Kindes" verhindert, scheint bei näherer Betrachtung vor allem eines zu sein: Öffentlichkeitsarbeit.

Der Meldung zufolge hatte ein automatisches System im Presbyterian Hospital in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina Alarm ausgelöst, nachdem es feststellte, daß ein mit einem RFID-Chip ausgestattetes Band, das an einem Baby befestigt war, "unerlaubt" aus der Säuglingsstation entfernt wurde. Daraufhin sei ein Wachmann eingeschritten und habe die "Entführung" verhindert.

Da der Bericht von dem Unternehmen PRNewswire geliefert worden war, kann es kaum verwundern, daß er eine nicht unwichtige Information verschwieg, ist doch zu vermuten, daß die Meldung im Auftrag von VeriChip erfolgte. Bei den "Entführern" des Babys handelte es sich in Wahrheit um seine Eltern, die verhindern wollten, daß es den Behörden zur Aufsicht übergeben würde, wie dies bereits mit seinen anderen Kindern aufgrund des Vorwurfs von "Drogenangelegenheiten" geschehen war.

Selbst nach Angaben VeriChips gab es in den vergangenen 22 Jahren nur 233 Fälle, in denen Säuglinge entführt wurden, die Hälfte davon aus Gesundheitseinrichtungen, also etwa 5 Fälle pro Jahr.

Gegenüber FoxNews machte Scott Silverman, Vorstandsvorsitzender von Applied Digital, klar, daß es offenbar nur eine Frage der Vermarktungsstrategie ist, die Menschen davon zu überzeugen, ihre Freiheit gegen die vermeintliche Sicherheit durch die RFID-Chips einzutauschen.

"Als wir VeriChip zuerst ankündigten, fragte eine Meinungsumfrage die Menschen, ob sie einen in ihre Körper lassen würden", so Silverman. "Nur 9 Prozent sagten ja. Nach der Zulassung durch die Gesundheitsbehörde sagten 19 Prozent ja. Als der frühere Gesundheitsminister Tommy Thompson unserem Vorstand beitrat, stieg die Rate auf 33 Prozent. Aber unsere eigene Studie zeigt, daß wenn man die Leute fragt, ob sie ein VeriChip-Implantat haben würden, um ihre medizinischen Daten im Notfall identifizieren zu können, die positive Antwort auf 80 Prozent steigt."

Der logische Folgeschritt zu der "äußerlichen Anwendung" wie im Presbyterian Hospital - und in etwa 900 weiteren Krankenhäusern in den USA - der RFID-Chips ist zweifellos ihre Implantierung, da so eine Manipulation und insbesondere ihre Entfernung stark erschwert wird.

Würde es zu einer flächendeckenden Implantation solcher RFID-Chips in Menschen kommen, so befänden diese sich letztlich im "offenen Vollzug" und nicht mehr in Freiheit, wäre es doch ein leichtes, bei ebenso flächendeckender Verteilung von - oder auch nur Vernetzung der zukünftig in Geschäften vorhandenen - Lesegeräten jeden ihrer Schritte zu verfolgen. Die allgemeine Behauptung, die Reichweite der Signale der eingepflanzten RFID-Chips läge nur bei wenigen Zentimetern wird beispielsweise durch einen erst kürzlich aufgestellten Rekord eindrucksvoll widerlegt. Dabei gelang es, ein nicht verstärktes Signal einer WLAN-Verbindung über mehr als 200 Kilometer zu übertragen und zu empfangen. Es ist also offensichtlich, daß auch die Reichweite der RFID-Chips mit nur geringem technischen Aufwand auf mehrere Meter ausgedehnt werden kann.



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