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Gründe des Hasses

Wieder Zivilisten im Irak erschossen

13.08.2005  






Eine Reuters-Meldung vom Samstag beantwortet erneut die Frage, woraus sich der Haß der Iraker auf die Besatzer ihres Landes und damit auch der Widerstand speist.

Nach Aussage von Anwohnern und Ärzten kam es am Freitag in dem nahe der Stadt Ramadi gelegenen Ort Nasaf zu einem Bombenangriff auf eine US-Patrouille. Wie schon so oft in der Vergangenheit eröffneten die Soldaten daraufhin ungezielt das Feuer in alle Richtungen. Als kurz darauf die Menschen nach dem Freitagsgebet eine nahestehende Moschee verließen, wurden sie von den US-Soldaten unter Feuer genommen.

Munem Aftan, Direktor des Allgemeinen Krankenhauses von Ramadi, sagte, insgesamt seien 15 Menschen, darunter 8 Kinder, getötet und 17 weitere teilweise schwer verletzt worden. Anfänglich war nur von 2 Toten gesprochen worden, Ärzte berichteten aber am Samstag, daß viele Opfer infolge ihrer schweren Verletzungen die Nacht nicht überlebt hatten.

Auf Anfrage bestritt Hauptmann Jeffrey Pool, ein Sprecher des US-Marines, kategorisch, daß US-Soldaten das Feuer auf Zivilisten eröffnet hätten. "Ungezieltes US-Feuer auf Zivilisten? Nein, nichts auch nur ähnliches ist passiert", so Pool. Er machte keine Angaben zu dem Angriff auf die Patrouille selbst oder ob dieser zu Opfern unter den Soldaten geführt hat.

Tatsächlich ist die Zahl von Fällen, bei denen US-Soldaten exakt so auf einen Angriff reagiert haben so hoch und auch von Menschenrechtsorganisationen und Journalisten dokumentiert, daß dies nur noch den Schluß zuläßt, daß es sich um die "übliche Vorgehensweise" in Reaktion auf einen Angriff handelt. Angesichts der Nervosität der US-Soldaten im Irak, die jederzeit mit einem Angriff rechnen müssen und der obersten Doktrin des US-Militärs, eigene Verluste um jeden Preis zu vermeiden - eben auch auf Kosten der Zivilisten und damit im Widerspruch zu den Genfer Konventionen - kann dies sicherlich kaum verwundern.

Dem steht im Irak eine Gesellschaft gegenüber, in der es für weite Teile der Bevölkerung einen sehr konkreten Rachegedanken gibt, der Angehörige eines gewaltsam getöteten Menschen verpflichtet, seinen Tod zu sühnen.

Auch die am Freitag in Nasaf getöteten 15 Menschen besaßen zweifellos zahlreiche Väter, Brüder, Söhne und Ehemänner.





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