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Die Spitze des Eisbergs

Folter durch US-Soldaten

14.08.2005  






Im Mai des vergangenen Jahres gingen die Bilder im UN-geführten Gefängnis Abu Ghurayb gefolterter Iraker um die Welt und führten zu einem auch in Washington unüberhörbaren Aufschrei der Welt. Möglich, daß es sich hierbei nur um eine zufällige Zeitgleichheit handelt, aber zum selben Zeitpunkt stieg die Zahl der seitens des US-Militär zugegebenen Verluste merklich an.

Die veröffentlichten Photos sind dabei keineswegs die einzigen, die die Folterungen von Irakern durch US-Soldaten belegen würden. Tatsächlich weigert sich das US-Militär, eine ganze Reihe weiterer Aufnahmen an die Öffentlichkeit zu geben. Die US-Bürgerrechtsorganisation "American Civil Liberties Union" (ACLU, "Amerikanische Bürgerrechts-Vereinigung") versucht seit langem - seit Oktober 2003 auf dem Gerichtsweg - die Freigabe dieser Photos aufgrund des Informationsfreiheitsgesetzes der USA zu erwirken.

Ein AP-Bericht vom Samstag zeigt, daß die USA offenbar äußerst gute Gründe dafür haben, alles daran zu setzen, die Veröffentlichung dieser Bilder zu verhindern.

So schrieb US-General Richard B. Myers, der Vorsitzende der Vorsitzende der Vereinigung des US-Stabschefs, kürzlich veröffentlichten Gerichtsakten zufolge, daß die Veröffentlichung der bisher geheimgehaltenen 87 Photos und vier Videoaufzeichnungen die Anwerbungsbemühungen von "Al-Qaida" unterstützen, die "Regierungen" im Irak und in Afghanistan schwächen und Unruhen gegen US-Streitkräfte hervorrufen könnte.

Derartige Befürchtungen sind sicherlich nur dann nachvollziehbar, wenn bisherige Gerüchte, auf den Bildern wären Vergewaltigungen und Ermordungen von Gefangenen zu sehen, zuträfen. Dies wäre um so bemerkenswerter, als die Täter dieser mutmaßlichen Verbrechen bisher in keiner Weise für diese Taten seitens der US-Behörden angeklagt, geschweige denn verurteilt, worden sind. Würden die Bilder keine noch weitaus verabscheuungswürdigeren Verbrechen zeigen, so wären sie mit Sicherheit bereits veröffentlicht worden.

Insbesondere die Tatsache, daß die Täter bisher nicht dieser Verbrechen angeklagt worden sind, kombiniert mit den anhaltenden Versuchen der US-Regierung und des US-Militärs, diese Fakten geheimzuhalten, dürften bei einer letztlichen Veröffentlichung tatsächlich zu den befürchteten Reaktionen führen.

Dies kann aber auch als weiteres Indiz dafür gewertet werden, daß es sich hierbei keineswegs um "verbrecherische Einzeltäter" handelte, wie dies seitens des US-Militärs immer wieder behauptet wird. Wäre dies der Fall und würden sie aufgrund von Gerichtsverfahren mit der angemessenen Härte bestraft, so würde dies das Gerechtigkeitsbedürfnis der Menschen höchstwahrscheinlich befriedigen. Tatsächlich wurden aber nur einige wenige "ausgewählte" Soldaten vor Gericht gestellt und zu im Verhältnis zu ihren Taten milden Strafen verurteilt.



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