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Gewohnheiten

Irak-Veteranen setzen Schußwaffen ein

21.08.2005  






Eine AP-Meldung vom Samstag belegt einmal mehr, daß der Irakkrieg durch heimkehrende Soldaten auch in die USA selbst getragen wird, wie dies auch schon während des Vietnamkrieges geschehen ist. Der Bericht über zwei unabhängige Fälle von ehemaligen US-Soldaten, die plötzlich Schußwaffen einsetzten, läßt aber auch erahnen, wie ungezügelt sie im Irak ihre Waffen eingesetzt haben.

Feldwebel Daniel Cotnoir feuerte am Samstag der vergangenen Woche in dem Ort Lawrence aus einem Fenster seiner Wohnung einen Schuß aus seiner Schrotflinte ab, nachdem er erst wenige Minuten zuvor bei der Polizei angerufen hatte, um sich über den Lärm vor der Tür eines benachbarten Nachtclubs zu beschweren. Nach Angaben Cotnoirs Anwalt handelte es sich hierbei nur um einen Warnschuß, zwei Menschen, die 15 Jahre alte Lissette Cumba und der 20 Jahre alte Kelvin Castillo wurden allerdings verletzt. Gegenüber der Polizei sagte er aus, zuvor sei eine leere Flasche durch das Fenster seines Schlafzimmers geworfen worden.

Cotnoir, der erst kürzlich von der "Marine Corps Times" zum "Marine des Jahres" ernannt worden war und dem nun von den Behörden versuchter Mord vorgeworfen wird, hatte schon im vergangenen November in einem Interview angedeutet, daß er Probleme hatte, sein Verhalten aus dem Irakkrieg abzulegen. "Ich werde ein bißchen rappelig, ein bißchen nervös", sagte er gegenüber dem Boston Globe. "Ich versuche, tief Luft zu holen und es sein zu lassen und mich daran zu erinnern, daß dies Lawrence ist. Hier gehen keine Autobomben hoch."

Die gleiche "Nervosität" zeigte auch Stabsfeldwebel Matthew Sepi, als er nach seiner Rückkehr aus dem Irak auf einer Baustelle in Las Vegas als Tagelöhner arbeitete. Als dort eine Palette zu Boden fiel brachte ihn dies so durcheinander, daß er eine Stunde lang nicht arbeiten konnte. "Er war nervös", berichtete Sepis Schwester Juli. "Wenn es laute Geräusche gab, sah er sich ganz sicher um und vergewisserte sich, daß die Gegend sicher war. Als ich bei ihm war schlug ich eine Tür zu und er flippte fast aus."

Am 31. Juli nahm Sepi in der Nacht ein Sturmgewehr mit, um Bier kaufen zu gehen. In einer dunklen Gasse wurde er Sepi zufolge von einem Mann und einer Frau angeschrien, er solle die Gasse verlassen. Nach Sepis Aussage zog der Mann, der 26 Jahre alte Kevin Ratcliff, einen Gegenstand hervor, denn Sepi nach eigener Aussage für eine Waffe hielt, woraufhin Sepi das Feuer eröffnete. Die 47-jährige Sharon Jackson wurde von mehreren Kugeln tödlich getroffen, während Ratcliff verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Gegenüber der Polizei sagte Sepi, er sei dazu ausgebildet worden, im Falle eines Hinterhalts die "Ziele" anzugreifen und sich dann zurückzuziehen. Dementsprechend habe er gehandelt. Er wurde in seinem Auto verhaftet, nachdem er in seine Wohnung zurückgekehrt war, um dort mehr Munition zu holen.

In der Gasse fand die Polizei eine Pistole und drei Patronenhülsen, Ratcliff sagte allerdings aus, er habe in Notwehr geschossen.

Selbst wenn Ratcliff zuerst geschossen haben sollte, so würde dies keineswegs den Tod von Sharon Jackson erklären.

Beiden Fällen gemein ist ein als "gewohnheitsmäßig" zu bezeichnender Einsatz von Schußwaffen. Dies allein mit einem "posttraumatischen Streßsyndrom" zu erklären, scheint kaum ausreichend. Tatsächlich dürfte einer der Gründe für dieses Verhalten darin liegen, daß die Soldaten im Irak täglich ihre Waffen rücksichtslos einsetzen, wenn sie sich "bedroht" fühlen.



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