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Klare Worte

Bush will den "totalen Sieg"

23.08.2005  






Am Montag sprach US-Präsident George W. Bush vor der Landesversammlung der "Veteranen aus ausländischen Kriegen" in Salt Lake City. Auch wenn seine Rede in weiten Teilen Ähnlichkeiten mit einer Wahlkampfrede aufwies, so enthielt sie doch einige interessante Aussagen.

"In diesem Moment verteidigt eine neue Generation von Amerikanern unsere Fahne und unsere Freiheit im ersten Krieg des 21. Jahrhunderts. Der Krieg kam zu uns am Morgen des 11. September 2001. Seitdem haben die Terroristen weiterhin zugeschlagen - in Bali, in Riyadh, in Istanbul und Madrid und Baghdad und London und Sharm-el-Sheikh und anderswo. Der Feind, die Terroristen sind rücksichtslos und brutal. Sie kämpfen für eine haßerfüllte Ideologie, die alles verachtet, wofür Amerika steht", so Bush.

Obwohl schon seit langem erwiesen ist, daß der Irak unter Saddam Hussein nicht nur keine Massenvernichtungswaffen, sondern auch keine Verbindungen zu Terroristen hatte, wiederholte Bush hier erneut diese Anschuldigung, um so den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak zu rechtfertigen. Tatsächlich war es erst dieser Angriffskrieg, die anhaltende Besatzung des Landes und die unzähligen Verbrechen der Besatzer gegen die Bevölkerung, die den Irak zu einem Anziehungspunkt für jene machten, die "alles verachten, wofür Amerika steht".

"Während die Iraker weiterhin die Kontrolle über ihre eigene Zukunft übernehmen, werden wir ihnen helfen, Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen. Die Feinde eines freien Iraks sind entschlossen. Sie passen ihre Strategien an, damit sie unschuldiges Leben nehmen können. Amerikanische und irakische Streitkräfte passen auch unsere Strategien an. Wir sind auf der Jagd, Seite an Seite mit irakischen Soldaten. Wir arbeiten, um die Terroristen gemeinsam zu schlagen. Während wir unsere gemeinsamen Feinde jagen, werden wir weiterhin mehr irakische Sicherheitskräfte ausbilden, so daß sie mehr Verantwortung bei der Bekämpfung der Terroristen übernehmen können. Schließlich ist es ihr eigenes Land", sagte Bush.

Bush ignorierte hier sicherlich nicht zufällig, daß es sich bei dem Irak weiterhin um eine besetztes und von den USA kontrolliertes Land handelt. Auch die Tatsache, daß unzählige "unschuldige Leben" durch direkte Schuld von US-Soldaten genommen worden sind, ließ er wohlweislich unerwähnt. Seine Formulierung, "amerikanische und irakische Streitkräfte" paßten "unsere Strategien" an kann sicherlich als Indiz dafür gewertet werden, für wie unabhängig Bush die "irakischen Streitkräfte" - zurecht - hält. Sein Hinweis, es handle sich um "ihr eigenes Land" muß hingegen schon als zynisch bezeichnet werden.

"Auf lange Sicht erfordert der Sieg im Krieg gegen den Terror die Änderung der Bedingungen, die zu Gewalt und Extremismus führen. Daher ist der dritte Teil unserer Strategie im Krieg gegen den Terror, die Hoffnung der Freiheit im weiteren Mittleren Osten zu verbreiten. Freie Gesellschaften sind friedliche Gesellschaften. Indem wir jenen, die für ihre Freiheit einstehen, beistehen, werden wir das Fundament für Frieden für unsere Kinder und Enkel legen", so Bush.

Bush deutet hier also bereits kaum verhohlen an, daß die gewaltsam erzwungenen "Regimewechsel" in Afghanistan und im Irak keineswegs die letzten gewesen sein werden. Ob er selbst der Ansicht ist, daß die USA keine "freie Gesellschaft" sind, oder ob seine Vorstellung einer "friedlichen Gesellschaft" eine grundlegend andere als die der Mehrzahl der Menschen ist, blieb unklar. Ein Fundament für Frieden für die "Kinder und Enkel" legt er mit seinen Angriffskriegen allerdings ganz sicher nicht, wächst der Haß auf die USA doch weltweit und insbesondere im "befreiten" und "noch zu befreienden" Mittleren Osten.

"Indem mehr Nationen Tyrannei durch Freiheit und Haß durch Hoffnung ersetzen, wird Amerika sicherer sein. Unsere Nation hat eine Mission akzeptiert und wir bewegen uns entschlossen vorwärts. Die Verbreitung von Freiheit ist eine Aufgabe für Generationen und niemand weiß das besser als Sie. Freiheit hat schon früher mit haßerfüllten Ideologien gekämpft. Wir besiegten den Faschismus; wir besiegten den Kommunismus; und wir werden die haßerfüllte Ideologie der Terroristen besiegen, die Amerika angriffen", sagte Bush vor den Veteranen.

Schon die Tatsache, daß er von einer "akzeptierten Mission" spricht, wirft sicherlich die Frage auf, inwieweit er hier bereits Politik mit seinem Glauben als "wiedergeborener Christ" vermischt. Seine Bezeichnung des Kommunismus als "haßerfüllte Ideologie" beantwortet zweifellos die Frage, warum Bush seinerseits Ländern wie Kuba und Nordkorea so haßerfüllt gegenübersteht. Tatsächlich offenbarte er hier aber auch ein weiteres Mal mangelnde Geschichtskenntnisse, wurde der Kommunismus doch eben gerade nicht durch die USA "besiegt", wie ein Blick nach Vietnam zweifelsfrei belegt.

Den deutlichsten Ausblick in die Zukunft der USA, aber auch der restlichen Welt, gab er allerdings mit einer Erklärung, die klingt, als würde sie ihrerseits aus einer jener von den USA besiegten "haßerfüllten Ideologien" stammen.

"Unser Ziel ist klar: eine friedlichere Welt für unsere Kinder und Enkel zu sichern. Wir werden nichts geringeres als den totalen Sieg über die Terroristen und ihre haßerfüllte Ideologie akzeptieren", so Bush.



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