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Wieder schwere Kämpfe im Irak

Zahlreiche Menschen getötet

28.08.2005  






In den vergangenen Tagen ist es im Irak mehreren Berichten zufolge offenbar zu schweren Kämpfen gekommen, die auf beiden Seiten, aber auch unter der Zivilbevölkerung, zahlreiche Opfer gefordert haben.

So berichtete Al-Jazeera am Samstag, daß Kämpfe in der nahe der Grenze zu Syrien gelegenen Stadt Al-Qaim bei Kämpfen mindestens 20 Menschen getötet und dutzende verwundet worden sind.

Hassan Jasim, ein Bewohner der Stadt, sagte gegenüber Al-Jazeera, US-Streitkräfte hätten die Einwohner über Lautsprecher aufgefordert, die Stadt zu verlassen, da es zu schweren Bombardements durch die US-Luftwaffe kommen würde.

"US-Soldaten haben einen grausamen Angriff auf die Stadt begonnen und eine große Zahl von Menschen wurde getötet und verletzt", so Jasim. "Das Bombardement begann vor einer halben Stunde." Hierdurch sei die Wasser- und Stromversorgung unterbrochen worden. "Die Straßen sind voll mit den getöteten und verwundeten Menschen und niemand kann sie aufgrund der Kämpfe erreichen oder ihnen helfen", sagte er.

In einer kaum beachteten Meldung hatte Reuters am vergangenen Dienstag berichtet, daß in der Stadt Ar-Ramadi US-Soldaten in kurzer Folge mit drei Autobomben angegriffen worden sind.

Das erste Auto explodierte, als ein US-Konvoi in der Stadtmitte daran entlang fuhr. Dabei wurde nach Angaben der "Polizei" der Stadt ein US-Militärfahrzeug "beschädigt". Reuters lagen keinerlei Informationen vor, ob hierbei US-Soldaten verletzt oder getötet worden sind.

Nur wenige Minuten später wurde ein von US-Soldaten "häufig besetztes" Haus in einem Industriegebiet am Rande der Stadt von einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen gerammt, woraufhin ein Teil des Hauses einstürzte. Auch hier gab es Reuters zufolge keine Informationen über Opfer.

Als US-Soldaten kurz darauf ankamen, um den Opfern dieser zweiten Explosion zu helfen - ein klarer Hinweis, daß sehr wohl zu Opfern unter den US-Soldaten gekommen ist - explodierte dort eine weitere Autobombe.

Das US-Militär hat für den 23. August bisher nur einen in Ar-Ramadi getöteten US-Soldaten gemeldet. Dieser wurde demnach von einem Scharfschützen erschossen.

Der "Bericht des irakischen Widerstands" ist sicherlich ebenso als Propaganda anzusehen wie Verlautbarungen des US-Militärs, der Bericht für den 23. August deckt sich allerdings in weiten Teilen sehr genau mit der Reuters-Meldung, allerdings ereigneten sich danach noch zwei weitere Bombenangriffe.

Demnach wurde durch die erste Autobombe ein US-Humvee vollständig zerstört, als das Fahrzeug auf der Hauptstraße inmitten eines US-Konvois gelenkt und dort zur Explosion gebracht wurde. Der Bericht spricht allerdings von 5 getöteten US-Soldaten.

Die zweite Bombe traf dem Bericht zufolge ein Gebäude in der Nähe des Industriegebiets im östlichen Teil der Stadt, das von den US-Soldaten als örtliches Hauptquartier benutzt wurde. Ein Widerstandskämpfer habe ein großes Fahrzeug vorbei an den Betonbarrikaden in den Hof des Gebäudes gelenkt und dort zur Explosion gebracht, berichteten Anwohner. Das Gebäude sei durch die Explosion vollständig zerstört worden. Zu dem Zeitpunkt hätten sich über 20 US-Soldaten in dem Gebäude aufgehalten.

Bei der dritten Bombe handelte es sich nach Darstellung des Berichts um einen Tanklastwagen, der inmitten von US-Soldaten, die gekommen waren, um den Opfern des vorangegangenen Angriffs zu helfen, explodierte. Augenzeugen zufolge wurden dabei etwa 25 weitere US-Soldaten verwundet oder getötet.

Der vierte Angriff erfolgte wiederum auf der Hauptstraße, dieses Mal nahe dem östlichen Ortsende. Dort wurde Augenzeugenberichten zufolge ein US-Konvoi, der auf dem Weg zum Ort der vorangegangenen beiden Explosionen war, mit einer Autobombe angegriffen. Das Fahrzeug habe die Spitze des Konvois gerammt und zwei Humvees zerstört. Hierbei seien 5 US-Soldaten getötet und 3 weitere verletzt worden.

Am Nachmittag schließlich wurde dem Bericht zufolge dann im Westen der Stadt ein weiterer US-Konvoi angegriffen. Das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug zerstörte demnach einen US-Truppentransporter, wobei alle Soldaten am Bord getötet worden seien, so ein Sprecher der "irakischen Armee", Hauptmann Husayn Abd al-A'immah.

Den Berichten der Folgetage nach wurde am Mittwoch ein US-Kontrollposten mit einer Autobombe angegriffen, wobei 9 US-Marines getötet wurden. Am Donnerstag dann wurde ein US-Transporthubschrauber vom Typ CH-47 "Chinook" abgeschossen worden, während er "eine große Zahl" von US-Soldaten transportierte.

Auch wenn die "Berichte des irakischen Widerstands" mit Skepsis zu behandeln sind, so scheint es doch mindestens ebenso unglaubwürdig, daß bei den auch von Reuters gemeldeten drei Bombenangriffen weder US-Soldaten getötet noch verletzt worden sein sollen. Sollte es sich bei dem zerstörten Gebäude tatsächlich um ein "Hauptquartier" gehandelt haben, so erschienen die in dem Bericht genannten Zahlen andererseits durchaus glaubhaft.





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