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Kritik unerwünscht

Kritikerin an Halliburton-Verträgen entlassen

29.08.2005  






Einem Bericht der Washington Post vom Montag zufolge ist eine hochrangige zivile Angestellte des US-Army Corps of Engineers (USACE, Technikerkorps des US-Heeres) offenbar aufgrund ihrer öffentlich geäußerten Kritik an der Vergabe zahlreicher Aufträge an Unternehmen der Halliburton-Gruppe entlassen worden.

Das aus etwa 35.000 zivilen Angestellten und etwa 650 Soldaten bestehende USACE ist einerseits für den Bau von Einrichtungen für das US-Heer und die US-Luftwaffe zuständig, überwacht aber auch Großprojekte anderer Militärzweige, so wurde beispielsweise auch das Manhattan Project, in dem die US-Atombombe entwickelt wurde, durch das USACE beaufsichtigt.

Generalleutnant Carl A. Strock, der Kommandeur des USACE, hatte Bunnatine H. Greenhouse im vergangenen Monat mit dem Hinweis auf ihre "schlechten Beurteilungen" von ihrem Posten als leitende Angestellte - dem höchsten Rang für zivile Angestellte beim USACE - entfernt. Ihr Anwalt Michael D. Kohn nannte dies nun in einem Schreiben an den US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld eine "illegale Vergeltung".

Greenhouse hatte sich im vergangenen Jahr öffentlich gegen die Vergabe mehrerer Verträge, teilweise ohne vorangegangene Ausschreibung an die Halliburton-Tochter Kellogg, Brown and Root (KBR) ausgesprochen, nachdem zuvor entsprechende, auf dem Dienstweg eingereichte Bedenken ignoriert worden waren.

"Ich kann eindeutig erklären, daß der Mißbrauch im Zusammenhang mit an KBR vergebenen Verträgen den eklatantesten und vorschriftswidrigsten Mißbrauch darstellt, den ich [in 20 Jahren, in denen ich an Regierungsverträgen arbeite] je gesehen habe", so Greenhouse im Juni bei einem von der Demokratischen Partei finanzierten Forum. "Ich beobachtete mit eigenen Augen, daß tatsächlich jeder Aspekt des Vertrags [zur Wiederinbetriebnahme der irakischen Ölquellen] unter der Kontrolle des Verteidigungsministeriums blieb. Das beunruhigte mich und war falsch."

Seitdem sie 1997 den höchsten Posten in der Beschaffungsabteilung des USACE erhielt, erarbeitete sie sich einen Ruf als eine Frau, die sich strikt an die Regeln hält und die Verschwendung von Steuergelder zu verhindern sucht.

Nachdem ihre Kritik an den Verträgen mit Halliburton immer lauter wurde, wurden ihr nach eigener Aussage zunehmend weniger Entscheidungen überlassen und von ihren Vorgesetzten gemieden. Kohns Schreiben zufolge wurden die Bewertungen, auf die sich Strock in dem Entlassungsschreiben berief, "von genau den Personen angefertigt", die zuvor von Greenhouse kritisiert worden waren.





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