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Die falschen Bilder

Keine Pressefreiheit im Irak

31.08.2005  






Wie der australiche Sender ABC am Mittwoch unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, wird der für Reuters arbeitende Kameramann Ali Omar Abrahem al-Mashhadani nach dem Willen der US-Besatzer im Irak ein weiteres halbes Jahr ohne Anklage gefangengehalten werden.

Al-Mashhadani wurde nach Angaben seines Bruders, der anfangs zusammen mit ihm von US-Soldaten gefangengenommen, später aber freigelassen wurde, inhaftiert, nachdem die Soldaten die Aufnahmen, die er mit seiner Kamera gemacht hatte, bei einer Hausdurchsuchung betrachtet hatten. Sein Haus in der irakischen Stadt Ramadi war offenbar eher zufällig im Zusammenhang mit Schüssen in der Gegend von US-Soldaten gestürmt und durchsucht worden.

"Der CRRB ["Iraqi-US Combined Review and Release Board", "kombinierter irakisch-US Überprüfungs- und Freilassungsausschuß"] hat entschieden, daß Herr Mashhadani weiterhin eine Bedrohung für das irakische Volk ist und empfohlen, ihn weiterhin zu internieren", sagte US-Oberstleutnant Guy Rudisill. Al-Mashhadani habe das Recht, seinen Fall innerhalb von 180 Tagen erneut prüfen zu lassen, so Rudisill. Bis dahin werde er im US-geführten Gefangenenlager Abu Ghurayb festgehalten. In den ersten 60 Tagen seiner Gefangenschaft wird es dem Journalisten al-Mashhadani Rudisill zufolge nicht gestattet sein, einen Anwalt, Familienmitglieder oder sonstigen Besuch zu empfangen.

Reuters selbst zeigte sich über die Entscheidung des CRRB entsetzt. David Schlesinger, der weltweite Chefredakteur der Nachrichtenagentur, sagte: "Ich bin schockiert und entsetzt, daß eine solche Entscheidung getroffen wurde, ohne daß er Zugang zu rechtlicher Beratung seiner Wahl, seiner Familie oder seinem Arbeitgeber hatte."

Schlesinger forderte "die Behörden auf, ihn unverzüglich freizulassen oder öffentlich bekanntzugeben, was ihm vorgeworfen wird und ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu verteidigen".

Die Tatsache, daß ein für ein internationales Presseunternehmen tätiger Journalist ohne Angaben von Gründen und ohne jegliche Möglichkeit, hiergegen rechtliche Schritte einzuleiten, gefangengenommen und für mindestens ein halbes Jahr eingesperrt wird, zeigt einmal mehr, was das so häufig benutzte Wort "Demokratie" dem US-Militär tatsächlich bedeutet. Der Fall zeigt aber auch, daß die US-Besatzer weiterhin innerhalb des Machtgefüges an oberster Stelle stehen, da sie ohne Rücksicht auf andere Stellen zu derartigen völkerrechtswidrigen Handlungen in der Lage sind.



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