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Würden Sie ein Kind töten?

Fragen an Freiwillige und Politiker

01.09.2005  


Douglas Herman




Viele Soldaten töten für ihr Land. Viele weitere sterben. Unzählige Millionen, hunderte Millionen wahrscheinlich, sind für ihre Länder gestorben und ihre Länder wurden leider weggefegt, obwohl sie ihre Leben opferten, um sie zu retten. Ebenso sind Millionen Soldaten - auf beiden Seiten der Kriege - gestorben und der Kampf blieb der gleiche. Dem Ersten Weltkrieg, beispielsweise, folgte der Zweite Weltkrieg und die gleichen Länder kämpften fast den gleichen Krieg, nur eine Generation auseinander. Und nach jedem Krieg überlebten Länder irgendwie. Aber die Soldaten nicht.

Ein junger Mann (oder seine Eltern) müssen sich die Frage stellen: Würde ich ein Kind töten, um mein Land zu erhalten? Diese Frage sollte allen Soldaten gestellt werden, die in den Militärdienst eintreten. Ebenso wichtig ist die zweite Frage: Wie erhält die Tötung eines Kindes mein Land?

Würde ich ein Kind töten - jeder Soldat sollte sich selbst fragen - würde ich eine Frau erschießen? Würde ich ein Haus mit Maschinengewehrfeuer zerstören? Würde ich eine Ladenzeile niederbrennen? Was ist mit einer ganzen Stadt? Würde ich eine Stadt dem Erdboden gleichmachen, wenn es mein Kommandeur befiehlt? Würde ich eine Stadt mit Napalm angreifen? (Fallujah wurde mit Napalm angegriffen, aber US-Stellen bestreiten es.) Würde ich auf eine widerspenstige Bande von Zivilisten feuern? Würde ich in ein näherkommendes Auto feuern ohne zu wissen, wer darin ist?

Wir setzen unsere Soldaten im Irak ab und plötzlich müssen sie entscheiden, diese Dinge zu tun. Daher sollten wir nicht zögern Bush, Cheney, Wolfowitz, Rove und Rumsfeld all diese Fragen zu stellen, einem nach dem anderen (nicht, daß sich ein Nachrichtenreporter trauen würde). Würden Sie, Sir, ein Kind für die "Freiheit" töten, selbst wenn dieses Kind nur von Ihnen frei sein wollte? Nein, Sie können nicht Ihren Anwalt konsultieren, bitte beantworten Sie die folgenden Fragen. Würden Sie einen Gefangenen foltern, der niemals eines Verbrechens beschuldigt wurde? Würden Sie mitten in der Nacht Türen eintreten und verängstigte Zivilisten in ihrem Haus durchsuchen und verhaften? Wenn unsere Oberhäupter irgendeine dieser Fragen mit JA beantworten sollten, dann kennen wir wirklich den Charakter unserer Oberhäupter. Wenn sie NEIN antworteten, dann sollten die US-Soldaten JETZT nach Hause gebracht werden.

Wenn man andere Soldaten entsendet, um Kinder zu töten, Zivilisten zu foltern, fälschlich zu verhaften, Häuser zu zerstören, dann fordert man andere auf, Verbrechen - Straftaten - zu verüben und religiöse Sünden zu begehen. Wir fordern unsere Kinder auf, andere Kinder zu töten, schlicht und einfach. Wir fordern unsere Söhne und Töchter auf, Verbrechen zu begehen, die wir selbst nicht begehen würden. Ist es nicht das, was im Irak passiert? Sagen Sie mir, daß ich Unrecht habe. Wenn, wenn Sie überzeugend und moralisch darlegen können, daß ich Unrecht habe, werde ich für immer schweigen.

Aber fragen Sie sich selbst: würden Sie das Kind Ihres Nachbarn töten, weil eine reiche Person, die Sie nie getroffen haben, es Ihnen befohlen hat? Würde Sie eine Schule in Brand stecken, einen auf der Autobahn entlangrasenden Krankenwagen beschießen, auf ein näherkommendes Auto schießen und alle Insassen töten, einfach, weil jemand eine Rede über Demokratie gehalten hat?

Würden Sie die Schwachen vor den Tyrannen beschützen? Oder würden Sie es vorziehen, die Schwachen zu tyrannisieren? Oder würden Sie die Schwachen foltern, weil ein Tyrann es ihnen befohlen hat? Würden Sie die Schwachen erschießen, weil eine Gruppe Wahnsinniger es Ihnen gesagt hat und Ihnen keine guten Gründe dafür gab?

Wenn Sie eine oder alle dieser Fragen mit "ja" beantwortet haben, melden Sie sich bitte jetzt freiwillig. Oder schicken Sie Ihren Sohn, um seinem Land zu dienen. Denn das ist, was in einem bereits besiegten Land gebraucht wird.


Douglas Herman diente während des Vietnam-Krieges von 1968 bis 1972 in der US-Luftwaffe. Als er den Befehl erhielt, als Militärpolizist zu dienen, weigerte er sich, da dies bedeutet hätte, in Vietnam zu dienen. Hierfür wurde er mit 35 Tagen Gefängnis bestraft.



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