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Wieder Feuer frei im Irak

US-Militär rechtfertigt Tod von Journalisten

02.09.2005  






Wie AP am Freitag berichtete, hat das US-Militär die Erschießung eines weiteren Journalisten im Irak gerechtfertigt und jede Verantworung zurückgewiesen.

Der für Reuters arbeitende Tontechniker Waleed Khaled war von einem US-Scharfschützen erschossen worden, als er in Baghdad mit Kollegen auf der Fahrt zum Ort eines Angriffs auf "irakische Polizisten" war.

"Was unsere Soldat als Folge ihres Anwesenheit vor Ort sahen, war ein Auto, das mit hoher Geschwindigkeit näherkam" sagte US-Generalmajor Rick Lynch. "Dieses spezielle Auto sah aus, wie Autos, die in der Vergangenheit beobachtet wurden, wie sie als Selbstmordbomben benutzt wurden... und es gab zwei einheimische Bürger in dem Auto."

Außerdem sei es zu "Handlungen gekommen, die in sich verdächtig waren", so Lynch. Dabei habe es sich um jemanden gehandelt, der "mit etwas heraushang, das wie eine Waffe aussah." Was angeblich "wie eine Waffe aussah" war in Wahrheit eine Kamera.

"Es hielt an und fuhr dann plötzlich rückwärts; nochmal, verdächtige Handlungen", so Lynch weiter. "Unsere Soldaten vor Ort benutzten bewährte Gefechtsregeln und ihre Ausbildung und entschieden daraufhin, daß es angemessen war, jenes Auto anzugreifen. Und, als Folge davon, wurde der Fahrer tatsächlich getötet und der Beifahrer durch Glassplitter verletzt."

Alastair MacDonald, Leiter des Reuters-Büros in Baghdad, sagte Lynch gegenüber, daß seine Darstellung des Vorfalls "nicht mit jener übereinstimmt, die wir für die Wahrheit halten."

Tatsächlich zeigt schon die Behauptung, der Beifahrer, der Kameramann Haider Kadhem, sei durch "Glassplitter" verletzt worden, wie unglaubwürdig diese Darstellung ist, wurde Khadem doch am Rücken verletzt - und darauf von US-Soldaten gefangengenommen.

Das "verdächtige Verhalten des Fahrzeugs", das nach Ansicht des US-Militärs die Tötung derer Insassen - daß nur Khaled getötete wurde, dürfte eher Zufall denn Absicht sein - rechtfertigt, war also das Näherkommen zum Ort eines Angriffs (die "hohe" Geschwindigkeit kann mit großer Wahrscheinlichkeit als Schutzbehauptung angesehen werden, war sich Khaled doch zweifellos der Nervosität der US-Soldaten bewußt), die Benutzung der "falschen" Automarke und die Tatsache, daß es sich bei den Insassen um Iraker handelte.

Wenn dies die offiziellen Maßstäbe sind, innerhalb derer US-Soldaten nach eigenem Ermessen das Feuer auf Fahrzeuge eröffnen können, kann die immense Zahl seit Kriegsbeginn getöteter Iraker kaum verwundern.





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