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Das nächste Massaker

Großangriff auf Tal Afar

08.09.2005  






Ein IslamOnline-Bericht vom Dienstag läßt darauf schließen, daß die nordirakische Stadt Tal Afar derzeit erneut zum Ziel einer weiteren rücksichtslosen Offensive des US-Militärs wird.

Wie auch die Washington Post am Mittwoch berichtete, hat das US-Militär am Dienstag aus Hubschraubern Flugblätter über dem Stadtteil Sarai abgeworfen, die die Bewohner aufforderten, die Stadt zu verlassen, da ein Angriff des US-Militärs bevorstünde. Sämtliche Ausfallstraßen der Stadt sind mit Stacheldraht abgeriegelt worden. Nach Angaben des US-Militärs wurden seit Beginn der Offensive am Samstag ein US-Soldat und "mindestens 200 vermutliche Rebellen" getötet, so US-Oberst H.R. McMaster, Kommandeur des 3. Gepanzerten Kavallerie-Regiments, das den Angriff leitet.

Diese Erfolgsmeldung liest sich in einer Erklärung des stellvertretenden Vorsitzenden der Irakisch-Turkmenischen Demokratischen Partei, Kasim Omer, ganz anders.

"Die Zahl der Frauen Männer und Kinder, die bei den Angriffen durch US-Soldaten und Peshmergas getötet wurden, erreichte in der vergangenen Nacht 213", so Omer am Mittwoch. In der Erklärung schrieb er, daß "das am 3. September in Tal Afar begonnene Massaker zu einem Völkermord geworden ist."

"Wir fordern alle muslimischen Länder und benachbarte Länder, insbesondere die Türkei, Rußland, China, Indien, Frankreich, Deutschland und türkische Republiken auf, zu handeln, um diesen Völkermord zu beenden", so Omer. Seiner Aussage zufolge wird auch bei dieser Offensive Napalm durch das US-Militär eingesetzt.

Vor Beginn des Angriffs wurde die Versorgung der Stadt mit Strom und Wasser gekappt und auch Telephonverbindungen sind nicht mehr möglich. Allein dies stellt schon einmal mehr einen klaren Bruch der Genfer Konventionen durch das US-Militär dar.

"Wir fuhren vor mehreren Tagen in die nahegelegene Stadt Mosul, als der US-Offensive Strom- und Telephonausfälle vorangingen, Zeichen für eine nahende, großangelegte Operation", so Abu Nabil gegenüber IslamOnline.

Seit Sonntag wird die Stadt und der bisher nicht geflüchtete Rest ihrer etwa 300.000 Bewohner bombardiert. Nach Aussage der Sunnitischen Islamischen Partei sind allein etwa 200 aus Tal Afar geflüchtete Familien in Notunterkünften der Partei untergebracht worden.

Die letztlich von den USA kontrollierte "irakische Armee" meldete am Donnerstag AP zufolge, daß am Mittwoch "150 nicht-irakische Araber und 50 irakische Terroristen mit gefälschten Dokumenten" verhaftet worden seien, als sie "versuchten, mit Familien aus der Stadt zu flüchten". Bei einem Großteil der Gefangenen dürfte es sich in Wahrheit um Angehörige eben dieser Familien handeln.



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