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Verlierer und Gewinner

Folgen eines Wirbelsturms

09.09.2005  






Die Zahl der Verlierer aufgrund der von dem Wirbelsturm "Katrina" und der geradezu verbrecherischen Nachlässigkeit der US-Behörden verursachten Katastrophe in New Orleans und den anderen betroffenen Gemeinden geht in die Millionen.

Allein im Großraum New Orleans lebten bisher über 1,3 Millionen Menschen. Vor dem Sturm und der Flut, die zum Tod unzähliger Menschen geführt haben und der nun erfolgenden Zwangsräumung der gesamten Stadt.

Zu den Verlierern zählt zweifellos auch die Umwelt. Nicht nur das überflutete Stadtgebiet selbst ist durch die zahllosen ausgeschwemmten Chemikalien, nicht zuletzt auch Öl aus zahllosen Tanks, massiv verseucht worden, durch das direkte Abpumpen der Wassermassen in den Mississippi und den Pontchartrain-See werden auch diese in erheblichem Maße verseucht werden. Erste Experten gehen bereits davon aus, daß dies alles Leben in den Gewässern vernichten wird.

Aber es gibt durchaus auch Gewinner.

An erster Stelle mag hier zumindest in Teilen die US-Regierung zu nennen sein. Politisch ist diese zwar unter schweren Druck geraten, andererseits ist es aber gerade aufgrund der katastrophalen Auswirkungen des Wirbelsturms möglich, Maßnahmen wie die Verhängung des Kriegsrechts über eine ganze Stadt und deren anschließende vollständige Räumung zu erproben.

Der bei weitem größte Gewinner ist allerdings ohne jeden Zweifel die der US-Regierung sowohl finanziell als auch personell äußerst nahestehende Ölindustrie.

Während die Kosten für die erlittenen Schäden von Versicherungen abgedeckt werden oder doch zumindest die Steuerlast erheblich senken, sind die Preise für Erdölerzeugnisse nicht nur in den USA innerhalb weniger Tage sprunghaft angestiegen, ohne daß es auch die Förderkosten angestiegen wären. Grund für den Preisanstieg sind vielmehr Spekulationen und die Verknappung des Angebots aufgrund der derzeitigen Ausfälle in der Förderung und Verarbeitung.

Dies ist zwar ein grundlegendes Prinzip der "freien Marktwirtschaft" - die Regelung des Preises durch Angebot und Nachfrage - wirft aber auch die Frage auf, inwieweit das kapitalistische Grundprinzip tatsächlich im Interesse der Menschen liegt. Zwar sind die wahren Kosten der Nutzung fossiler Brennstoffe zweifellos noch weitaus höher als ihre derzeitigen Preise - hier sei nur an die Umweltzerstörung durch Förderung und Transport einschließlich der immer wieder vorkommenden Ölverseuchungen und der durch die Verbrennung verursachten globalen Erderwärmung erinnert - die hier erzielten Mehreinnahmen führen allerdings nur zu einem Bruchteil zu Mehreinnahmen des Staates in Form von Steuern. Der Anteil dieser Mehreinnahmen, der seinerseits dazu eingesetzt wird, die durch die Ölnutzung verursachten Kosten durch Umweltschutzmaßnahmen oder die Unterstützung alternativer Energien und deren Erforschung zu fördern, ist verschwindend gering.

Eine Gesellschaftsform, die aufgrund das Leid einer so großen Zahl ihrer Mitglieder über Tage tatenlos zuläßt und nur aufgrund immer stärker werdendes gesellschaftlichen Druckes tätig wird, kann kaum als im Interesse der Mehrheit der Menschen liegend bezeichnet werden.



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