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Unerwünschte Hilfe

US-Behörden weisen Hilfslieferungen zurück

10.09.2005  






Derzeit mehren sich die Berichte, denen zufolge die US-Behörden Hilfslieferungen für New Orleans - sowohl nationaler Unternehmen als auch internationaler Organisationen und auch Staaten - zurückgewiesen haben. Zusammen betrachtet scheint es kaum möglich, daß es sich hier nur um "Fehlplanungen", "Kompetenzgerangel" und "BSE-Angst" handelt.

Da war das schwedische Transportflugzeug mit der Trinkwasseraufbereitungsanlage, das auf einem schwedischen Rollfeld stand und das nicht die Genehmigung der US-Behörden erhielt, seine so dringend benötigte Fracht nach New Orleans zu bringen.

Oder Richard Daley, der Bürgermeister von Chicago, der der zuständigen US-Behörde FEMA ("Federal Emergency Management Agency", "Bundesbehörde für Katastrophen-Management", die mittlerweile Teil des US-"Heimatschutzministeriums" ist) schon vor der Katastrophe über 100 Polizeibeamte, 36 Feuerwehrleute, Rettungs- und Sanitätskräfte sowie hunderte weiterer Hilfskräfte angeboten hatte. Die FEMA hingegen wollte nur einen einzigen Tanklastzug. "Ich war schockiert", sagte Daley.

Oder die Hilfslieferungen, die nach Aussage des Präsidenten des Verwaltungsbezirks Jefferson Parish, Aaron Broussard, von Beamten der FEMA, die das Katastrophengebiet abgeriegelt hatten, zurückgewiesen worden sind. "Wir hatten Walmart, die drei Lastwagen mit Wasser, Sattelschlepper mit Wasser lieferten. FEMA hat sie weggeschickt", so Broussard. "Wir hatten 1.000 Gallonen [3.780 Liter] Diesel auf einem Schiff der Küstenwache, das in meinem Bezirk angelegt hatte", berichtete er von einem weiteren Fall. "Als wir dort mit unseren Lastwagen ankamen, erhielten sie eine Nachricht. 'FEMA sagt, gebt Euch nicht den Treibstoff.'" Am 3. September wurden seiner Aussage nach alle Telephonleitungen der Notrufnummern seiner Behörde durch die FEMA gekappt. Nachdem sein Sheriff Harry Lee dafür sorgte, daß die Leitungen repariert wurden, wurden bewaffnete Wachen postiert, um zu verhindern, daß jemand "den Leitungen nahekommt".

Wie der Spiegel am Samstag berichtete, wurde einem deutschen Flugzeug seitens der USA die Landeerlaubnis verweigert, weil offiziellen Angaben zufolge befürchtet wurde, daß die "Einmannpackungen" der Bundeswehr - Tagesrationen mit zwei Mahlzeiten und mehreren weiteren Zwischenmahlzeiten - mit BSE ("Rinderwahn") infiziert sein könnten. Mit der gleichen Begründung sind demnach britische und russische Hilfslieferungen abgelehnt worden. Nicht nur, daß zuvor bereits mehrere deutsche Transportmaschinen insgesamt 20.000 dieser Einmannpackungen geliefert hatten, für die sich der US-Botschafter in Deutschland, William Timken bereits bedankt hatte, diese werden auch von NATO-Truppen, also auch US-Soldaten bei Übungen als auch bei gemeinsamen "Auslandseinsätzen", beispielsweise in Afghanistan, klaglos verzehrt, da sie als BSE-frei zertifiziert sind.

Der Spiegel zitierte nicht näher genannte "Militärs am US-Stützpunkt Pensacola in Florida", denen zufolge durch die Landeverweigerung für die deutsche Maschine verhindert werden solle, daß es zu weiteren "peinlichen Bildern von Lebensmittellieferungen aus Europa" komme.

Diese Behauptung wird zumindest indirekt durch einen Artikel der CNN vom Samstag gestützt, demzufolge die US-Regierung im letzten Moment ein Verbot der Berichterstattung über die Suche nach Opfern in New Orleans aufgehoben hat, nachdem CNN eine Klage hiergegen eingereicht hatte.

Offenbar hat eine "positive Presse" nach Ansicht der US-Behörden bei weitem Vorrang gegenüber der Rettung der betroffenen Menschen.



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