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Die andere Front

Söldner in New Orleans

11.09.2005  






Bereits am 1. September hatte das US-Unternehmen Blackwater, für das ein bedeutender Teil der im Irak tätigen Söldner arbeitet, gemeldet, daß es sich an den "Rettungsmaßnahmen in der Golf-Region" von New Orleans beteiligen wird.

Schon hier schienen Zweifel hinsichtlich des friedlichen Charakters dieser Mission durchaus angebracht, wurden dort als "verfügbare Dienstleistungen" doch auch "Sicherheits-Dienstleistungen" und die "Kontrolle von Menschenmassen" genannt.

Auch die Washington Times berichtete am Freitag unter Berufung auf die Blackwater-Sprecherin Anne Duke, daß das Unternehmen "etwa 150 seiner Arbeiter" in das Katastrophengebiet geschickt habe. Neben Such- und Rettungsaufgaben sollen diese auch "Einrichtungen, die 'unschätzbare Kunstwerke' beherbergen, und besondere Sehenswürdigkeiten schützen." Weitere Unternehmen wie Oakton und Securitas haben dem Artikel zufolge ebenfalls Personal entsandt.

Genauere Informationen lieferte schließlich am Samstag ein DemocracyNow-Bericht von Jeremy Scahill und Daniela Crespo, die derzeit aus New Orleans berichten. Nicht nur, daß sie die Anwesenheit von Blackwater-Söldnern - von denen einige erst kurz zuvor aus dem Irak zurückgekehrt sind - in New Orleans bestätigen, diese sind dort offenbar im Auftrag der US-Regierung tätig und haben die Erlaubnis "tödliche Gewalt" anzuwenden.

Demnach trägt zumindest ein Teil dieser "schwer bewaffneten" Söldner neben ihren Blackwater-Ausweisen auch Polizeimarken des US-Bundesstaates Louisiana, nachdem sie von Gouverneurin Kathleen Blanco zu Hilfspolizisten ernannt worden sind.

"Es ist eine völlig neue Sache, Kerle wie uns innerhalb der Vereinigten Staaten arbeiten zu lassen", so einer der Blackwater-Angestellten gegenüber den Journalisten in der Bourbon Street von New Orleans. "Wir sind wesentlich besser dafür ausgerüstet, mit der Situation im Irak umzugehen."

Zwei weitere Söldner des Unternehmens sagten, sie seien mit der allgemeinen Strafverfolgung in New Orleans beschäftigt, darunter die "Sicherung von Stadtteilen" und die "Konfrontierung von Kriminellen". Während Russ Knocke, ein Sprecher der US-"Heimatschutzbehörde", gegenüber der Washington Post ausgesagt hatte, es würde keine Pläne geben Blackwater oder andere "private Sicherheitsdienste" zu beauftragen, berichteten mehrere Mitarbeiter von Blackwater den Journalisten gegenüber das Gegenteil. Ihrer Aussage zufolge sind sie tatsächlich im Auftrag der "Heimatschutzbehörde" und der Gouverneurin von Louisiana in New Orleans. Sie schlafen demnach in Lagern in New Orleans und Baton Rouge, die von der "Heimatschutzbehörde" errichtet wurden. Sie sagten, sie seien nicht nur ermächtigt worden, Verhaftungen vorzunehmen, sondern auch "tödliche Gewalt" anzuwenden - letztlich also die gleichen "Aufgaben", die sie auch im Irak erfüllen.

Einer der Söldner, der im Gespräch sagte, er versuche derzeit, "zurück nach Kirkuk zu kommen, wo die echte Action ist." Später beklagte er sich in einem mitangehörten Telephongespräch - offenbar an einem Satellitentelephon - daß er für seinen derzeitigen Einsatz nur 350 US-Dollar plus Spesen pro Tag erhalte - deutlich weniger, als er bei einem Einsatz im Irak bekommen würde. Ein anderer Söldner berichtete, daß ihnen gesagt worden sei, sie könnten sechs Monate in New Orleans eingesetzt werden.



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