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Haaresbreite

Die andere Gefahr in New Orleans

15.09.2005  






Angesichts einer am Mittwoch beispielsweise durch MSNBC veröffentlichten AP-Meldung könnte man dem Roman "Das letzte Gefecht" des Autoren Stephen King schon fast prophetische Züge zuschreiben.

Das Buch beginnt damit, daß aus einem Gentechniklabor des US-Militärs im US-Bundesstaat California versehentlich ein zur Biowaffe verändertes Grippevirus entkommt, das in kürzester Zeit fast die gesamte Bevölkerung des Landes tötet.

Die AP-Meldung läßt zumindest erahnen, wie dicht New Orleans - oder auch die Menschheit - vor einer ebensolchen Katastrophe stand. Demnach brach der leitende Epidemiologe des Bundesstaates Louisiana, Dr. Raoult Ratard, gemeinsam mit Staatspolizisten ein Forschungslabor der US-Regierung in New Orleans auf, als New Orleans überflutet wurde.

Mit Bleichmitteln wurden dann alle "lebenden Proben" im von Ratard geleiteten "heißen Labor" vernichtet. Dies geschah seiner Aussage zufolge, um zu verhindern, daß die Krankheitserreger "entkommen" oder von Plünderern absichtlich oder versehentlich gestohlen werden konnten. "Das mußte getan werden", sagte er. Es kann kaum verwundern, daß er keine Angaben dazu machen wollte, um welche Krankheitserreger es sich dabei handelte.

Da er hierbei auch einen großen Teil seiner "Forschung" vernichtete - es gelang ihm nur, ein Notebook mit Daten zu retten - muß die Befürchtung eines Austritts von Krankheitserregern sehr groß gewesen sein.

Einem Sprecher des staatlichen "Zentrums für Seuchenkontrolle" zufolge wurde die Sicherheit in den militärischen Labors aber nicht verletzt. "Ein paar meldeten geringe Schäden, aber es gab keinen Fall des Austritts", sagte er.

Schon die Tatsache, daß ein derart hochsensibles Labor, in das ein Wissenschaftler und einige Polizisten problemlos einbrechen konnten, angesichts des sich nähernden Wirbelsturms vollständig verlassen wurde, ist äußerst bemerkenswert. Solche Labore allerdings in einem Landesteil aufzubauen, die regelmäßig Opfer von Wirbelstürmen werden, noch dazu in einer Stadt, die unterhalb des Meeresspiegels liegt und dann die für den Deichbau eben dieser Stadt benötigten Gelder "umzuleiten" ist mit Dummheit oder Fahrlässigkeit allein kaum zu erklären.

Vergleichbar aberwitzig wäre es sicherlich nur, ein Atomkraftwerk in einem bekanntermaßen stark erdbebengefährdeten Gebiet zu bauen. Und tatsächlich. Auch dieser absehbare, wahrscheinlich folgenschwere Fehler wurde durch die US-Regierung begangen. Die beiden Reaktorblöcke der San Onofre Nuclear Generating Station (SONGS) stehen nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Los Angeles, die in den letzten 200 Jahren von 9 Erdbeben mit einer Stärke von 6 oder mehr Punkten auf der Richterskala erschüttert wurde, entfernt.

Der bericht zeigt neben einer unvorstellbaren Leichtsinnigkeit der US-Regierung auch der eigenen Bevölkerung gegenüber aber auch, daß die Zahl der US-Labore, die aktiv an der Erforschung von Biowaffen beteiligt sind, weitaus größer ist, als dies üblicherweise angenommen wird.



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