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Kleine Details

Hintergrund eines folgenschweren Bombenangriffs

16.09.2005  






Die Medien berichteten in den vergangenen Tagen ausführlich über eine Serie von 14 Bombenangriffen in der irakischen Stadt Baghdad am Mittwoch, bei denen mindestens 160 Menschen getötet worden sind.

Allein 80 Menschen wurden getötet, als am Morgen eine große Gruppe von Tagelöhnern in dem Stadtviertel Kadhimiyah von der Explosion einer Autobombe erfaßt wurde.

Wie immer, wenn im Irak eine größere Zahl Menschen - gleichgültig, ob es sich dabei um Zivilisten oder US-Besatzer handelt - getötet wird, wurde wenig später eine Erklärung veröffentlicht, in der "Al-Qaida im Irak" die Verantwortung für die Bombenangriffe übernahm. Zusätzlich erklärte der vorgebliche "Terrorfürst" Abu Musab al-Zarqawi, der nach eigener Behauptung und nach Darstellung der US-Regierung für fast jede Bombenexplosion im Irak - und anderswo - verantwortlich ist, dem shiitischen Teil der Bevölkerung des Iraks den Krieg. Als Begründung hierfür wurde die Unterstützung der "irakischen Regierung", die mehrheitlich aus Mitgliedern shiitischen Glaubens besteht, für die rücksichtslose Großoffensive des US-Militärs gegen die Stadt Tal Afar.

Während einige Medien berichteten, ein Mann in einem Kleinbus sei zu den wartenden Arbeitern gefahren und habe sie "angelockt", bevor er die Bombe gezündet habe, stellt ein am Donnerstag in der britischen Times veröffentlichter Augenzeugenbericht den Vorfall gänzlich anders dar.

"Ich fuhr meinen Bruder Mahmoud, 23, zum al-Aruba-Platz, wo die ganzen Arbeiter sich versammeln und auf jemanden warten, der sie anheuert. Dann ging ich in eines der Restaurants, um zu frühstücken. Ich sah einen amerikanischen Militärkonvoi von zwei Humvees vorbeifahren. Ich erinnere mich, daß ich mir selbst gesagt habe, daß es sehr gefährlich sein könnte, wenn jemand versuchen sollte, die Amerikaner anzugreifen während 300 Menschen an einem Ort versammelt waren. Ich hätte nie gedacht, daß meine Gedanken nur Sekunden später wahr werden würden", so der Polizist Saoud Faisal.

Tatsächlich sollen mehrere irakische Widerstandsgruppen am Mittwoch der vergangenen Woche eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht haben, der zufolge sie alle Iraker aufforderten, sich "von US-Soldaten und ihren Handlagern weit entfernt zu halten", da "die kommenden Tage so schwarz wie die dunkelste Nacht für die Besatzungskräfte und ihre Handlanger" sein würden.

Auch wenn es sich bei der Explosion in Kadhimiyah also anscheinend in Wahrheit um einen Angriff auf US-Soldaten handelte, so ist dieser ohne jeden Zweifel ebenso ein Kriegsverbrechen wie die zahllosen Bombardierungen von Häusern, in denen das US-Militär "Terroristen" vermutete. Trotzdem zeigt sich hier ein weiteres Mal, daß in den Berichten der sich zum überwiegenden Teil auf Erklärungen des US-Militärs stützenden Medien immer wieder kleine, aber keineswegs unbedeutende Details fehlen.



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