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"Keine Photos. Keine Berichte"

Das große Schweigen über New Orleans

17.09.2005  






Bereits am vergangenen Dienstag berichtete der San Francisco Chronicle, daß es Journalisten in New Orleans entgegen einer Zusage der US-Regierung nicht gestattet wird, aus New Orleans über die Bergung der Toten zu berichten.

Ursprünglich war die Berichterstattung auch durch die Regierung untersagt worden, woraufhin der Sender CNN eine Klage eingereicht hatte. Im letzten Moment hob die US-Regierung das Verbot daraufhin auf.

In dem überwiegend armen und von "Schwarzen" - was nicht nur in New Orleans häufig das gleiche ist - Stadtteil Bywater galt diese Entscheidung der US-Regierung allerdings oofenbar wenig. Vor einem Haus in der Kentucky Street rief ein Soldat der 82. Luftlandedivision des US-Heeres einen in der Nähe stehenden Reporter und einen Photographen zu sich und sagte ihnen, daß er ihnen ihre Presseausweise abnehmen und sie aus dem Bundesstaat herauswerfen würde, sollten sie Aufnahmen machen oder einen Bericht über die Bergungsarbeiten verfassen.

"Keine Photos. Keine Berichte", sagte er.

Der Soldat sagte Journalisten, daß es den Medien nicht gestattet würde, näher als 300 Meter an Bergungsarbeiten von Leichen heranzukommen. Sollten sie Berichte verfassen oder Photos machen, so würde dies gemeldet werden und sie müßten mit Konsequenzen rechnen, einschließlich des Verlustes des Zugangs für direkte Berichterstattung von bestimmten Militäroperationen.

Tatsächlich waren diese Drohungen des US-Militärs offenbar äußerst effektiv, sind doch bisher nur äußerst wenige derartige Artikel veröffentlicht worden.

Wie schon im Falle der Verhinderung der Berichterstattung über die Rückkehr im Irak getöteter US-Soldaten versucht die US-Regierung hier offensichtlich, die tödlichen Folgen ihrer auf Krieg ausgerichteten Politik - Gelder für den Deichbau waren zum Irakkrieg "umgeleitet" worden - vor der Öffentlichkeit zu vertuschen. Die Tatsache, daß die US-Medien zu einem derart überwiegenden Teil bereit sind, dies zu unterstützen, wirft einmal mehr die Frage nach ihrer Unabhängigkeit auf.





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