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Will Deutschland den Krieg?

Europa, der Iran, die UN und das Uran

21.09.2005  






Medienberichten vom Mittwoch zufolge wollen Frankreich, Großbritannien und Deutschland den Iran im Streit um dessen Nutzung von Atomenergie von der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bringen.

Demnach werden die drei Länder heute der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einen Resolutionsentwurf vorlegen, in dem die vorgeblichen "Verstöße und Versäumnisse Irans gegen seine Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag" aufgeführt sind und Mohammed al-Baradei aufgefordert wird, diese dem UN-Sicherheitsrat als auch der UN-Vollversammlung zu melden.

Der Entwurf wirft dem Iran "umfangreiches Verbergen" und "irreführende Angaben" im Zusammenhang mit seinem Atomprogramm vor. Es dürfte kaum ein Zufall sein, daß dies nur zu sehr an die kürzlich von den USA für europäische Diplomaten gehaltenen "Informationspräsentation" mit dem Titel "Eine Geschichte der Verheimlichung und der Täuschung" erinnert.

Es ist also offensichtlich, daß sich Europa im Falle des Irans vollständig auf dem Kurs der USA bewegen, der direkt in einen weiteren Angriffskrieg führt.

Zwar sind die so häufig wiederholten Behauptungen, das vom Iran verfolgte Programm zur Urananreicherung könne sowohl zur Herstellung von Brennmaterial für Atomreaktoren als auch zur Produktion von waffenfähigem Uran genutzt werden, nicht grundsätzlich falsch, läßt dabei allerdings mehrere Punkte außer Acht. So handelt es sich bei der Anreicherung von Natururan zu waffenfähigem Uran zwar um den gleichen technischen Prozeß, dieser ist allerdings weitaus aufwendiger als bei der Gewinnung von Brennmaterial für ein Atomkraftwerk. Während hierfür eine Anreicherung auf einen Reinheitsgrad von etwa 5 Prozent ausreicht, muß Uran für eine Atombombe auf etwa 90 Prozent angereichert werden.

Bei der dem Iran vorgeworfenen Lesart, daß sein Atomenergieprogramm - die eigene Anreicherung ist eine der Voraussetzungen für eine von anderen Ländern unabhängige Nutzung der Atomenergie - der Erlangung von Atomwaffen diene, müßte der gleiche Vorwurf an alle Länder gerichtet werden, die derartige Anlagen betreiben. Letztlich gewährt der Atomwaffensperrvertrag, der jedem Land die friedliche Nutzung der Atomenergie ausdrücklich erlaubt, also eben auch die Urananreicherung.

Auch die Tatsache an sich, daß ein Krieg gegen den Iran allein aufgrund unbewiesener Behauptungen, er würde den Besitz von Atomwaffen anstreben, immer wahrscheinlicher und von den USA unübersehbar vorangetrieben wird, während derartige Bestrebungen anderer Länder ignoriert und sogar unterstützt wurden, ist sicherlich bemerkenswert. Sowohl Indien als auch Pakistan sind mittlerweile im Besitz "der Bombe". Obwohl es sich hier um zwei verfeindete Staaten handelt, zwischen denen schon mehrfach Kriege ausgebrochen sind, der Einsatz ihres Atomwaffenarsenals also keineswegs unwahrscheinlich ist, wurden keinerlei Anstrengungen unternommen, um ihnen den Besitz von Atomwaffen zu verwehren. Selbst Südafrika gelangte zur Zeit der Apartheids-Regierung mit Unterstützung Israels in den Besitz von Atomwaffen. Israel selbst wiederum ist zweifellos das Paradebeispiel für "umfangreiches Verbergen" und "irreführende Angaben" hinsichtlich seines Atomwaffenprogramms, wurde dies doch über Jahrzehnte vor der Weltöffentlichkeit geheimgehalten - wenn auch die USA mit Sicherheit davon wußten und Unterstützung gewährten.

Da dem Iran also offenbar ohne jegliche "Beweise" - wobei die Glaubwürdigkeit seitens der USA vorgetragener "Beweise" seit den Anschuldigungen, die zu dem Angriffskrieg gegen den Irak geführt haben, ohnehin auf den Nullpunkt gesunken sein dürfte - also ein verbrieftes Recht abgesprochen wird, was im Iran sicherlich ein wachsendes Gefühl der Unterdrückung erzeugt, kann die deutsche Beteiligung hieran nur zu der Vermutung führen, daß auch Deutschland ein Interesse an einem Krieg gegen den Iran hat.



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