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Besitzverhältnisse

Kopiertips von US-Band

23.09.2005  






Ein Forumsbeitrag eines Mitglieds einer US-Band zeigt einmal mehr überdeutlich, wie die Besitzverhältnisse in der "Musikindustrie" derzeit verteilt sind.

Schon die Dave Matthews Band hatte im vergangenen Monat auf ihrer Website eine Anleitung veröffentlicht, wie trotz des auf der neusten CD der Gruppe enthaltenen Kopierschutzes die Musik in Apple iTunes und auf einen Apple iPod übertragen werden kann. Handelte es sich dabei noch eher um eine schrittweise Anleitung, wie den Beschränkungen des Kopierschutzes folgend eine letztlich frei auslesbare CD zum Auslesen erstellt werden kann, so ging die aus San Diego stammende Gruppe Switchfoot nun noch einen Schritt weiter.

In einem am 14. September im Forum der Band von ihrem Bassisten Tim Foreman veröffentlichten Beitrag erklärte er detailliert einschließlich eines Weblinks zu einem benötigten Programm, wie die Musik trotz des von Sony Music auf ihrem neuen Album eingerichtetem Kopierschutzes ausgelesen werden kann.

In dem Beitrag beklagte er sich auch über die Tatsache, daß es seiner Band nicht möglich sei, etwas gegen die Unternehmenspolitik Sonys zu unternehmen, obwohl die Band selbst den Kopierschutz ebenfalls ablehne.

"Laßt mich zuerst sagen, daß ich als Musiker UND Musikfan der Frustration, die ausgedrückt wurde, zustimme. Wir waren entsetzt, als wir das erste Mal von der neuen Kopierschutz-Politik der großen Marken einschließlich Sony (unserer) hörten und suchten sofort nach Möglichkeiten, sie von unserem neuen Album zu entfernen. Unglücklicherweise ist dies die neue Politik aller großen Veröffentlichungen dieser Musikunternehmen. Es ist herzzerreißend, unser Blut, unseren Schweiß und unsere Tränen der letzten 2 Jahre durch die Verwirrung und Frustration hinsichtlich dieser neuen Technologie getrübt zu sehen", so Foreman in dem - von Sony selbst bereitgestellten - Forum.

Die Tatsache, daß Musiker so weitgehend die Kontrolle über das Ergebnis ihres Schaffens verloren haben, daß sie sich nur noch direkt an ihre Fans wenden können, um ihnen dabei zu helfen, die Behinderungen einer "Industrie" zu umgehen, zeigt nur zu deutlich die Machtverhältnisse zwischen Musikschaffenden und Musikverwertenden. Die Künstler selbst haben offenbar keinerlei Einfluß auf das durch ihre Kreativität entstandene und schließlich in den Geschäften vertriebene Produkt und können nur noch durch derartige Beiträge versuchen, massive Fehlentwicklungen zu mildern. Es dürfte allerdings klar sein, daß die Musikindustrie aus derartigen Fehlern lernen und in Zukunft versuchen wird, solche Veröffentlichungen von Beginn an vertraglich zu verhindern.





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