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Staatliche Erpressung

Freiheit gegen Spionage

26.09.2005  






Wie der britische Guardian am Montag berichtete, ist dem für Al-Jazeera arbeitenden Kameramann Sami Muhyideen al-Hajj, der seit dreieinhalb Jahren in Guantánamo Bay gefangengehalten wird, seitens der US-Behörden seine Freilassung angeboten worden, sollte er sich bereiterklären, den arabischen Sender zu bespitzeln.

Die Zeitung hatte Einsicht in mehrere von den US-Behörden freigegebene Dokumente, die entsprechende Aussagen al-Hajjs enthalten und sich im Besitz seines Anwalts Clive Stafford-Smith befinden. Al-Hajjs Aussagen zufolge ist er über 100 Mal verhört worden, dabei aber nicht ein einziges Mal nach seinen vorgeblichen Verbindungen zu Terroristen befragt worden - eine Darstellung, die sich mit seiner Behauptung hinsichtlich eines "Angebots" deckt. Außerdem ist trotz seiner langen Haftzeit bisher keinerlei offizielle Anklage gegen ihn erhoben worden.

"Sie sagten, 'Wenn Du mit uns arbeitest werden wir Dir Journalismus beibringen, werden Dir ein Visum besorgen, um zu leben wo Du willst, wir werden Dir sogar die US-Staatsbürgerschaft geben, wir werden Dich schützen, wir werden Dir Geld geben. Wir werden Dir helfen, ein Buch zu schreiben und wir werden es veröffentlichen. Das wird dabei helfen, die Leute von Al-Qaida dazu zu bringen, Kontakt mit Dir aufzunehmen und mit Dir zu arbeiten'", so al-Hajj. Für den Fall, daß er vorgeben sollte, sich zur Spionage bereitzuerklären, daraufhin freigelassen würde und später seine Zusage ignorieren sollte sei seine Familie - er ist verheiratet und hat ein mittlerweile 5 Jahre altes Kind - bedroht worden.

Vor drei Monaten hatte al-Hajjs Anwalt bereits nach einem Besuch in Guantánamo Bay berichtet, daß al-Hajj dort gefoltert worden ist. "Sami mußte schreckliche Mißhandlungen erdulden - sexuelle Mißhandlungen und religiöse Verfolgung", so Stafford-Smith. "Er ist geschlagen worden. Er hatte eine große Narbe im Gesicht, als ich ihn sah."

Die Einwilligung der US-Behörden zur Veröffentlichung der von al-Hajj an Stafford-Smith übergebenen Dokumente stimmt zweifellos nachdenklich, können sie hier doch letztlich praktisch nach Belieben entscheiden - was sich hier am deutlichsten an der Inhaftierung hunderter Menschen ohne rechtliche Grundlage zeigt. Da kaum anzunehmen ist, daß diese Genehmigung versehentlich erteilt wurde, dürfte es sich hier entweder um den Versuch handeln, davon abzulenken, daß er den gemachten "Vorschlägen" zugestimmt hat, oder um die Rache dafür, daß er es eben tatsächlich nicht tat.



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