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Der andere Feind

FBI auf der Jagd nach Pornos

30.09.2005  






Wie die Washington Post bereits am Dienstag der vergangenen Woche berichtete, ist das FBI derzeit mit der Zusammenstellung einer neuen Ermittlergruppe beschäftigt, die sich ausschließlich mit der Jagd auf Pornographie beschäftigen soll.

Anfang August begann das FBI demnach, Bewerber für die neu geschaffene Einheit zur Bekämpfung von "Obszönität" zu suchen. Im Anhang der Stellenausschreibung befand sich ein Schreiben an alle 56 Dienststellen des FBI, in der die Initiative als "eine der höchsten Prioritäten" des US-Justizministers Alberto R. Gonzales und "des Direktors" - also des FBI-Direktors Robert S. Mueller III, bezeichnet wurde.

Die aus acht Agenten, einem Abteilungsleiter und weiteren Hilfskräften bestehende Einheit soll Beweise gegen "Hersteller und Händler" von Pornographie sammeln. Hierbei ist allerdings nicht an illegale Pornographie gedacht, vielmehr soll die Einheit gegen jene vorgehen, die allein in den USA einen jährlichen Umsatz in Milliardenhöhe mit der Herstellung und dem Vertrieb "ganz normaler Pornos" von, mit und für Erwachsene erwirtschaften und zweifellos zurecht als "Pornoindustrie" mit Tausenden von "Angestellten" bezeichnet werden.

Angesichts der weitverbreiteten Akzeptanz von Pornographie machte das FBI-Hauptquartier in dem Schreiben auch klar, wie bei den Ermittlungen vorzugehen sei, um "Erfolge" vorweisen zu können.

"Aufgrund der Auswertung erfolgreicher Fälle der Vergangenheit in zahlreichen Gerichtsbarkeiten", so das Schreiben, stünde die Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung am höchsten, wenn es sich um Pornographie handele, die "Zoophilie, Urinieren, Darmentleerung oder auch sadististisches und masochistisches Verhalten enthält".

Der Auftrag an das FBI kann angesichts der äußerst prüden US-Regierung kaum verwundern. Schon Gonzales' Vorgänger John Ashcroft hatte sich weltweiten Spott zugezogen, als er zwei Statuen im US-Justizministerium verhüllen ließ, weil die weibliche "Geist der Gerechtigkeit" genannte Statue eine unverhüllte Brust zeigt. Angesichts der mittlerweile bekannten unzähligen Kriegsverbrechen, Folterungen und anderer Übertretungen internationaler Gesetze und Abkommen durch die USA ist dieser Verhüllung im Januar 2002 allerdings auch ein symbolischer Charakter nicht abzusprechen.

Innerhalb des FBI ist die Gründung der Einheit bereits zum Ziel zahlloser Witze geworden, wirft aber auch - unabhängig vom Standpunkt gegenüber Pornographie - einige Fragen hinsichtlich der Prioritäten der US-Regierung auf.

"Ich schätze das bedeutet, daß wir den Krieg gegen den Terror gewonnen haben", sagte denn auch ein FBI-Agent, der es vorzog, nicht namentlich genannt zu werden. "Wir brauchen offenbar keine weiteren Ressourcen für Spionage."



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