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Tödliches Rätselraten

Wieder US-Offensive im Irak

02.10.2005  






Wie AP am Sonntag berichtete, hat das US-Militär im Irak erneut mit einer Offensive begonnen. Ziel des "Eiserne Faust" genannten Angriffs ist dieses Mal der nahe der Grenze zu Syrien gelegene Ort Sadah.

Etwa 1.000 US-Soldaten werden unterstützt von Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen seit Samstagmorgen gegen die in etwa 200 Häusern lebenden rund 2.000 Einwohner des Ortes eingesetzt. Einer Erklärung des US-Militärs zufolge sollen "Al-Qaida-Terroristen", die den Ort in eine "Zufluchtstätte für Terroristen" verwandelt hätten, "aufgestöbert" werden. Außerdem solle durch die Offensive verhindert werden, daß "ausländische Kämpfer" aus Syrien in den Irak gelangen. Ungeachtet der Tatsache, daß die seitens des US-Militärs immer wieder vorgebrachte Behauptung, ein großer Teil der irakischen Widerstandskämpfer sei ausländischer Herkunft, mit größter Skepsis zu begegnen ist, scheint das Konzept, eine kleine, über 12 Kilometer von der Grenze entfernte Ortschaft anzugreifen, um eben jene Grenze zu sichern, mehr als fragwürdig.

Eine genauere Betrachtung der wenigen genannten Einzelheiten des Angriffs läßt erahnen, wie groß der Wahrheitsgehalt in der Behauptung des US-Militärs ist, es seien "wie bei allen Operationen der Koalition strikte Maßnahmen ergriffen worden, um zivile Opfer und unnötige Kollateralschäden an Eigentum zu vermeiden."

Schon der Vormarsch der US-Soldaten auf die Ortschaft wurde von den US-Flugzeugen mit auf Häuser und Fahrzeuge abgefeuerten Raketen unterstützt. Nach Angaben des US-Militärs wurde ein "Rebell" getötet, als sein Fahrzeug von einem Kampfhubschrauber vom Typ AH-1 "Cobra" angegriffen wurde, nachdem er eine Panzerfaust auf eine US-Stellung abgefeuert habe. Ein weiteres Fahrzeug wurde von dem Hubschrauber mit Raketen angegriffen und zerstört, weil man "glaubte", es würden darin Granaten transportiert. In dem Nachsatz, sein Fahrer und Beifahrer hätten fliehen können, schien Bedauern mitzuschwingen.

Ein weiteres Fahrzeug wurde von einem Panzer westlich des Ortes zerstört. Woher die "Erkenntnis" stammte, daß es "eine Bombe" transportierte, ist nicht klar. Noch unklarer ist allerdings, woher die vorgebliche Gewißheit stammt, daß es sich bei drei nördlich der Stadt getöteten "Rebellen" um Mitglieder von "Al-Qaida im Irak" gehandelt hat, ist doch zumindest bisher nicht bekanntgeworden, daß die vermeintliche Organisation Mitgliedsausweise ausstellt.

Nach US-Angaben wurden am ersten Tag der Offensive "mindestens 8 Rebellen" getötet. Angesichts der Grundlagen, auf denen die US-Soldaten allein den Berichten zufolge das Feuer eröffneten, läßt sich der Anteil der Zivilisten an diesen "Rebellen" erahnen. Ein derart massives Militäraufgebot gegen einen andererseits äußerst kleinen Ort weist aber auch ein weiteres Mal auf den schon üblicherweise erwarteten Grad der Gegenwehr hin.



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