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Drohende Niederlage

Ehemaliger britischer Oberst sieht Gefahr

02.10.2005  






Einem Bericht des britischen Telegraph vom Sonntag zufolge hat ein bekannter ehemaliger britischer Oberst die Befürchtung geäußert, die britischen Besatzungstruppen im Irak könnten vernichtend geschlagen und über die Grenze in den Iran getrieben werden.

Oberst Tim Collins - damals noch Oberstleutnant und Kommandeur des 1. Bataillons des Königlichen Irischen Regiments des britischen Militärs - hatte nicht zuletzt wegen seiner Ansprache am Vorabend des Angriffs auf den Irak vor seinen Soldaten, einige Berühmtheit erlangt. Die Ansprache wird häufig als eine der besten in der Geschichte des britischen Militärs bezeichnet. Aufgrund von Anschuldigungen eines US-Offiziers war gegen ihn wegen Brutalität ermittelt worden, alle Anklagepunkte wurden aber später fallengelassen. Trotzdem quittierte er kurz darauf seinen Dienst, es wird angenommen, daß er sich während der Untersuchung nicht ausreichend durch seine Vorgesetzten unterstützt fühlte. Hätte er seinen Dienst fortgesetzt, so wäre ihm wahrscheinlich als nächstes der Posten des Direktors der Spezialeinheiten, also die Verantwortung für die Eliteeinheiten SAS und SBS, übertragen worden, was außerdem die Beförderung zum General bedeutet hätte.

Nun sagte Collins in einem Interview der Fernsehsendung "Morgan and Platell", daß die fast 9.000 britischen Soldaten im Irak einen unglaublichen Preis für die "Inkompetenz und Richtungslosigkeit" ihrer politischen Führung bezahlen könnten.

"Die Gefahr ist, daß wir im Feld geschlagen werden könnten. Wir könnten überwältigt werden. Die Armee könnte über die Grenze in den Iran gejagt werden", so Collins. Dies wäre nach Collins Aussage eine "historische" Niederlage.

Er forderte den britischen Premierminister Tony Blair auf, sich "ehrenvoll zurückzuziehen", nachdem er für den "unglaublichen Pfusch" verantwortlich sei.

Angesicht der aufgeheizten Stimmung in der vom britischen Militär kontrollierten südirakischen Stadt Basra infolge der Festnahme und anschließenden gewaltsamen Befreiung zweier britischer Soldaten, die offenbar als Zivilisten getarnt ein Attentat verüben sollten fällt es tatsächlich nicht allzu schwer, Collins Szenario nachzuvollziehen. Sollte sich ein größerer Teil der Stadt mit ihren fast 1,5 Millionen Einwohnern gewaltsam gegen die Besatzer erheben, so dürfte es diesen unmöglich sein, sich gegen sie zu verteidigen, solange sie nicht bereit sind, die "Strategie" von Arthur "Bomber" Harris zu wiederholen, der in den 20er Jahren sogar Chemiewaffen einsetzte, um den Aufstand der Bevölkerung gegen die britische Besatzung zu brechen.



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