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Amtsenthebung für Bush?

Neue Umfrage in den USA

13.10.2005  






Einer Meldung der Organisation AfterDowningStreet vom Dienstag zufolge haben sich 50 Prozent der Befragten in einer neuen Umfrage für ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident George W. Bush ausgesprochen.

Nachdem das Marktforschungsunternehmen Gallup es Ende August abgelehnt hatte, eine entsprechende Umfrage durchzuführen und auch andere Unternehmen dieser Branche mit Ausnahme von Zogby bisher keinerlei Anstalten machten, den US-Bürgern eine solche Frage zu stellen, beauftragte die Organisation das Unternehmen Ipsos mit der Durchführung einer solchen Umfrage.

Diese wurde in der Zeit vom 6. bis 9. Oktober durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 1.001 Personen befragt, die zu 50 Prozent die Frage nach einem Amtsenthebungsverfahren für Bush bejahten, während sich 44 Prozent dagegen aussprachen. Bei der im Juni von Zogby durchgeführten Umfrage hatten sich noch 50 Prozent gegen ein solches Verfahren und nur 42 dafür ausgesprochen.

Tatsächlich sind beide Umfragen aufgrund der Art der Fragestellung allerdings wenig geeignet, ein wirkliches Stimmungsbild der US-Bevölkerung zu liefern. Beide Unternehmen fragten nach dem Grad der Zustimmung zu der Aussage "Wenn Präsident Bush nicht die Wahrheit über seine Gründe für den Krieg gegen den Irak gesagt hat, dann sollte der Kongreß es in Betracht ziehen, ihn durch ein Amtsenthebungsverfahren zur Verantwortung zu ziehen."

Da die Frage rein hypothetisch ist "wenn Bush gelogen hat" könnten zahlreiche Umfrageteilnehmer, die überzeugt sind, daß er die Wahrheit gesagt hat, der Aussage trotzdem zugestimmt haben. Zwar deckt sich das Umfrageergebnis sehr stark mit einer Umfrage der Washington Post vom Juni, in der 52 Prozent der Befragten sich überzeugt zeigten, Bush habe gelogen, dies bedeutet aber nicht, daß dieser Teil der Bevölkerung auch einhellig ein Amtsenthebungsverfahren fordert. Erschwerend kommt hinzu, daß der Fragestellung zufolge der US-Kongreß es nur "in Betracht ziehen soll", ein solches Verfahren einzuleiten, vom Ausgang eines solchen Verfahrens gar nicht zu reden.

Letztlich bemerkenswert ist aber, daß trotz dieser Verwässerungen innerhalb der Fragestellung nur die Hälfte der Befragten der Aussage zustimmen wollten. Fast die Hälfte der US-Bürger ist demnach der Ansicht, daß der US-Kongreß es nicht einmal erwägen sollte, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bush anzustrengen, gleichgültig, ob er sein Volk belogen hat, um einen Krieg zu beginnen, der offiziellen Angaben zufolge bereits fast 2.000 US-Soldaten das Leben gekostet hat, wie auch schätzungsweise 150.000 Irakern und bis zum Jahr 2010 vorsichtigen Schätzungen zufolge eine halbe Billion US-Dollar verschlungen haben wird.



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