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Der Preis des Kapitalismus

Der neue Asterix: nur eine Hommage?

14.10.2005  






Am Freitag erschien zeitgleich in 27 Ländern der neuste Band der "Asterix"-Reihe mit dem deutschen Titel "Gallien in Gefahr". Bei genauerer Betrachtung könnte dieser Titel - so wenig er auch mit dem französischen Original "Le ciel lui tombe sur la tête" ("Der Himmel fällt ihm auf den Kopf") zu tun hat - allerdings eine fast perfekte Zusammenfassung dieses Bandes darstellen.

Die Medien sind sich in ihrer Kritik dieser neusten, nach dem Tod von René Goscinny allein von Albert Uderzo zu verantwortenden Folge der Abenteuer der wehrhaften Gallier einig. Kampfroboter, Außerirdische, Klone, Superman und UFOs haben einfach nichts in dieser Serie zu suchen. Schon die über dem Dorf der Gallier auftauchende "riesige goldene Kugel" ähnelt bei objektiver Betrachtung eher einem gigantischen Karamellbonbon denn einem Raumschiff, von Gold gar nicht zu reden.

Wirklich bemerkenswert sind allerdings die verwendeten Botschaften. So kämpfen die "Tadsylwines" - die nicht nur zufällig wie Klone von Mickey Mouse aussehen - auf Seiten der Gallier gegen die eindeutig asiatisch aussehenden "Nagmas". Eine kleine Umstellung der Buchstaben führt also zum Kampf "Walt Disney" gegen "Manga" um die französische Kultur.

Dies mag angesichts der grundlegenden Probleme Frankreichs mit dem Kulturkreis USA verwundern, läßt sich allerdings problemlos auf rein kapitalistische Verbindungen zurückführen, so daß Uderzos Erklärung am Ende, es handele sich hier nur um eine Hommage an Disney mehr als zweifelhaft erscheint.

Den ersten Hinweis liefert hier die aktuelle Ausgabe der "Micky Maus", deren Titelbild "Micky Maus" und "Goofy" als Asterix und Obelix zeigt. Zwar ist es keineswegs neu, daß der Verlag Ehapa im deutschsprachigen Raum sowohl die "Micky Maus" als auch die Asterix-Reihe vertreibt, eine solche "grenzüberschreitende" Werbung tritt allerdings zum ersten Mal auf und fällt in Verbindung mit dem "gegenseitigen Gastauftritt" noch mehr ins Auge.

In vielen Ländern wird der Vertrieb der Asterix-Reihe von dem französischen Verlag Hachette übernommen, im englischsprachigen Raum vom seit 2003 wiederum vollständig zu Hachette gehörenden Verlagshaus Orion Publishing. Hachette seinerseits arbeitet seit Jahren mit Disney zusammen.

Die Vermutung, daß die Verbindung von Mickey Mouse mit Asterix weniger auf Uderzos Bedürfnis, sich vor der Inspiration seiner Jugend zu verneigen, zurückgeht sondern vielmehr auf "Bitten" seiner internationalen Vertriebspartner erfolgt ist, ist sicherlich mehr als naheliegend.

Gleichgültig, ob die zahlreichen Kritiker und Fans Recht haben, die den neueren Asterix-Bänden, die nach dem Tod René Goscinnys entstanden, allgemein eine merklich nachlassende Qualität nachsagen, so zeigen sich hier doch offenbar einmal mehr die unmittelbaren Folgen der ständig voranschreitenden Zusammenschlüsse von Unternehmen.



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