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Die andere Verschwörung

Bush, Cheney, Rumsfeld

20.10.2005  






Ein ehemaliger Stabschef im Weißen Haus hat bei einer Veranstaltung des Washingtoner Organisation "New America Foundation" schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben, berichtete die Financial Times am Donnerstag.

Oberst Lawrence Wilkerson war bis zu dessen Rücktritt im Januar dieses Jahres Stabschef des US-Außenministers Colin Powell. Seiner Aussage am Mittwoch zufolge haben der stellvertretende US-Präsident Richard "Dick" Cheney und weitere Regierungsmitglieder insgeheim und ohne Mitwirkung des Außenministeriums über die Außenpolitik der USA entschieden.

"Was ich sah, war eine geheime Verbindung zwischen dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten Richard Cheney und dem Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bei kritischen Angelegenheiten, die Entscheidungen traf, von denen die Bürokratie nicht wußte, daß sie getroffen wurden", so Wilkerson. "Jetzt bezahlt sie den Preis für das Treffen dieser Entscheidungen im Geheimen, aber weitaus vielsagender ist für mich, daß Amerika jetzt die Konsequenzen zahlt."

Wilkerson zufolge haben diese "geheimen Entscheidungen" zu zahlreichen schwerwiegenden außenpolitischen Fehlern, beispielsweise im Umgang mit Nordkorea und mit Europa hinsichtlich des Irans geführt.

"Wenn man nicht darauf vorbereitet ist, die miteinander ringenden Elemente der Bürokratie aufzuhalten, während sie Entscheidungen ausführen, dann beschwört man eine Katastrophe herauf. Und ich würde sagen, daß wir im Irak, in Nordkorea und im Iran Katastrophen heraufbeschworen haben", sagte Wilkerson.

Als ein weiteres "konkretes Beispiel" für die "geheimen Entscheidungen" nannte er die Tatsache, daß US-Präsident George W. Bush und andere höchstrangige Regierungsmitglieder letztlich "grünes Licht" für die Folterung von Gefangenen durch US-Soldaten gegeben haben. "Man hat nicht diese Art des überall vorhandenen Verhaltens, wenn man es nicht stillschweigend toleriert", sagte er.

Condoleezza Rice, damalige "nationale Sicherheitsberaterin des Präsidenten" und jetzige Außenministerin, bezeichnete Wilkerson als "Teil des Problems". Statt dafür Sorge zu tragen, daß Bush die bestmöglichen Ratschläge erhielt, "stellte sie sich auf die Seite des Präsidenten, um ihre Vertrautheit mit dem Präsidenten auszubauen."

Wilkerson sieht auch den Beginn einer Entwicklung innerhalb des US-Militärs, wie dies bereits während des Vietnam-Krieges geschehen ist, da insbesondere das Heer und das Marine-Korps "überdehnt und demoralisiert" seien. Offiziere begännen demnach "mit ihren Füßen abzustimmen, wie sie es in Vietnam taten ... und ganz plötzlich beginnt das Militär, sich aufzulösen."

Während Wilkerson offenbar große Stücke auf den früheren US-Präsidenten George H. W. Bush hält, bezeichnete er dessen Sohn, den derzeitigen US-Präsidenten, als "in internationalen Beziehungen unerfahren und auch nicht sonderlich an ihnen interessiert."





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