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Tödliche Folter

Zahlreiche "Einzelfälle" in US-Militär

24.10.2005  






Eine Meldung einer US-Bürgerrechtsorganisation vom Montag belegt erneut, daß die Folterung von Gefangenen durch US-Soldaten keineswegs auf "Einzelfälle" zurückgeführt werden kann, wie dies von offizieller Seite immer wider behauptet wird.

Aufgrund einer Analyse von bisher veröffentlichten Autopsieberichten und Totenscheinen stellte die "American Civil Liberties Union" (ACLU) - aufgrund dieser unvollständigen Berichte - fest, daß es sich selbst nach Ansicht des US-Militärs bei 21 von 44 Todesfällen in Gefangenschaft um Tötungsdelikte handelte.

"Ohne Frage haben US-Verhöre zu Todesfällen geführt", sagte Anthony D. Romero, Geschäftsführer der ACLU. "Hochrangige Offiziere, die von der Folter wußten und untätig dasaßen und jene, die diese Methoden schufen und guthießen müssen zur Verantwortung gezogen werden. Amerika muß aufhören, seinen Kopf in den Sand zu stecken, und sich mit dem Folterskandal beschäftigen, der unser Militär erschüttert hat."

Die Mörder der Gefangenen stammten den Berichten zufolge sowohl aus verschiedenen Gattungen des US-Militärs als auch der CIA. Die Autopsieberichte sprechen von Todesfällen durch "Erwürgen", "Ersticken" und "stumpfe Gewalteinwirkung". Der überwiegende Teil der vorgeblich natürlichen Todesfälle wurde demnach auf "Arterienverkalkung" zurückgeführt.

Der Tod eines "gegnerischen Kriegsgefangenen" im Irak, der durch "Wasserentzug" und einem "Hitzschlag" verursacht wurde, wurde als "Unfall" bezeichnet, obwohl die Umgebungstemperatur über 43 Grad Celsius betrug und es zu den üblichen Foltermethoden der USA gehört, Gefangene Hitze oder Kälte auszusetzen.

Am 9. Januar 2004 starb ein Iraker, während er von "einer anderen Regierungsbehörde" - die übliche Umschreibung für die CIA - verhört wurde. Zum Zeitpunkt seines Todes, der durch Ersticken und stumpfe Gewalteinwirkung verursacht wurde, stand er, oben an einen Türrahmen gefesselt, mit einem Knebel im Mund.

Am 26. November 2003 wurde ein Gefangener in der irakischen Stadt Al-Qaim während eines Verhörs durch den Militärgeheimdienst getötet. Die Autopsie sprach in diesem Fall von "Ersticken durch Erdrücken". Ein weiterer Gefangener wurde am 4. November 2003 im US-Gefangenenlager Abu Ghurayb während eines Verhörs durch Mitglieder der Spezialeinheit Navy Seals und eine "andere Regierungsbehörde" durch "stumpfe Gewalteinwirkung und behinderte Atmung" getötet.

Ein Afghane starb am 6. November 2003 an "zahlreichen Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung auf Kopf, Körper und Extremitäten" in einer US-Basis in der Provinz Helmand. Am 6. Juni 2003 wurde ein 52 Jahre alter Iraker im US-Gefangenenlager Whitehorse in Nasiriyah erwürgt. Die Autopsie ergab außerdem zahlreiche Knochen- und Rippenbrüche und weitere Verletzungen.

Bei den Dokumenten handelt es sich um Schriftstücke, die von dem US-Verteidigungsministerium im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes auf Antrag der ACLU und weiterer Organisationen veröffentlicht worden sind. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß die veröffentlichten Fälle keineswegs alle Fälle von durch Folter getöteten US-Gefangenen darstellen.



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