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Jagd auf ein weiteres Phantom

Das nächste Feindbild?

29.10.2005  






Ein am Freitag im britischen Telegraph veröffentlichter Artikel wirft die Frage auf, ob dies der Beginn der Erschaffung eines neuen Feindbildes ist.

Dabei scheint schon der einleitende Satz des Artikels alles zu verraten: "Manche hochrangige irakischen Offiziere nennen ihn ein Phantom." Ein Phantom ist ein Geist, ein Trugbild, ein Hirngespinst, in jedem Fall aber ganz sicher nicht gefangenzunehmen - so wie auch die Phantome "Osama bin Laden" und "Abu Musab al-Zarqawi". Wie schon im Fall bin Ladens behauptet das US-Militär, man sei Izzat Ibrahim al-Douri, dem "stellvertretenden Vorsitzenden des Revolutionären Befehlsrats" unter Saddam Hussein mehrfach so nahe gekommen, daß sein Essen noch auf dem Tisch gestanden habe, als man versuchte, ihn gefangenzunehmen.

Zwar vergleicht der Artikel des Telegraph die Zuverlässigkeit von Berichten, al-Douri leide sowohl unter Diabetes als auch an Leukämie mit der Frage, ob al-Zarqawi noch beide Beine oder nur noch eines besitzt, vergißt hierbei aber zu erwähnen, daß es auch zahlreiche Quellen gibt, denen zufolge al-Zarqawi bereits seit Jahren tot ist. Dies wird auch von zahlreichen Irakern hinsichtlich al-Douris angenommen.

Schon wenige Wochen nach der erfolgreichen Eroberung des Iraks durch die US-geführten Truppen wurde al-Douri von den USA als einer der Anführer des Widerstands bezeichnet. Später behaupteten die USA, er sei außerdem die Verbindung zwischen dem irakischen Widerstand und "al-Zarqawis" Zweigstelle von "Al-Qaida" im Irak. Al-Douri, aufgrund zahlreicher Gefangennahmen höchstrangiger Mitglieder der Regierung Saddam Husseins, ist mittlerweile der offiziell "meistgesuchte" Mann im Irak. Und wie auch bei den anderen beiden "Meistgesuchten" gibt es auch bei al-Douri immer wieder Meldungen, er sei "gesehen" worden - wie auch über Elvis Presley.

Auch die in dem Artikel zitierten Zweifel an seiner zentralen Rolle innerhalb des irakischen Widerstands spiegeln nur altbekannte Behauptungen über ich wieder, werden dort doch "einige hochrangige Beamte im Baghdad und Washington", die ihn als maßgebliche Figur des Widerstands bezeichnen, mit dem Hinweis auf seine Sufi-Religion in Zweifel gezogen. Es sei unwahrscheinlich, daß es ihm mit diesem religiösen Hintergrund gelungen sei, enge Bindungen mit "islamischen Extremisten" zu knüpfen. Auch wenn Sufis von Anhängern anderer islamischer Glaubensrichtungen teilweise äußerst kritisch betrachtet werden, so handelt es sich eben doch um Muslime. Noch bedeutender ist allerdings die Tatsache, daß der irakische Widerstand kaum vorrangig durch "islamische Extremisten", sondern vielmehr durch unzählige Iraker, die die Besetzung ihres Landes beenden wollen, geführt wird.

Auch wenn der Artikel am Ende selbst die These, al-Douri spiele eine bedeutende Rolle im Widerstand, anzweifelt, so bringt er doch einen Namen erneut ins Spiel, der schon seit längerem kaum noch Erwähnung fand. Der Verdacht, daß hier ein neuer "Oberschurke" aufgebaut werden soll, ist sicherlich kaum von der Hand zu weisen.



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