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Kriegs-Verweigerung

Soldatenmangel in Großbritannien

30.10.2005  






Wie die britische Sunday Times berichtete, leidet die britische "Territorial Army" (TA) - die Reserve des Heeres des Landes - aufgrund zahlloser Kündigungen unter einem ernsten Personalmangel. Dies steht offenbar in direktem Zusammenhang mit der Beteiligung Großbritanniens an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak.

Seit Beginn des Irakkriegs haben über 6.000 Reservisten die TA verlassen. Derzeit gehören der TA noch rund 35.000 Briten an, während die Sollstärke bei 41.610 liegt. Tatsächlich sind aber nach Auskunft von hochrangigen Politikern nur 24.000 Soldaten vollständig ausgebildet und nur 12.000 wirklich für Einsätze verfügbar.

Vor Kriegsbeginn verließen durchschnittlich etwa 150 Soldaten pro Monat die TA, so daß die Gesamtzahl aufgrund von Neuanwerbungen relativ stabil war. Nachdem die ersten Soldaten im Oktober 2003 von ihren Einsätzen im Irak nach Großbritannien zurückgekehrt waren, stieg diese Zahl drastisch an. In den folgenden sechs Monaten verließen über 600 Soldaten monatlich die TA. Danach ging diese Zahl etwa zurück, es sind aber immer noch durchschnittlich 540 pro Monat - das dreieinhalbfache der Zeit vor dem Irakkrieg. Der Grund dafür, daß der Irakkrieg diese Kündigungswelle auslöste, obwohl sich Großbritannien auch schon an dem Angriffskrieg gegen Afghanistan beteiligte, dürfte einerseits in den weitaus höheren Verlusten im Irak zu suchen sein, andererseits aber auch in der Tatsache, daß zum ersten Mal seit dem Koreakrieg wieder alle drei britischen Waffengattungen Reservisten mobilisierten. Von den offiziellen Angaben zufolge bisher 97 getöteten britischen Soldaten waren 5 Reservisten. Insgesamt wurden bisher 12.580 Reservisten mobilisiert.

Dieser Mangel an neuen Rekruten konnte bisher nicht einmal durch eine 3 Millionen Pfund (4,4 Millionen Euro) teure Werbekampagne im Fernsehen ausgeglichen werden, erbrachte sie doch nur 600 neue Rekruten.

Eine Meldung des britischen Telegraph vom Samstag wiederum zeigt, daß von diesem Problem keineswegs nur die Reserve des britischen Heeres betroffen ist.

So wird die Infanterie Soldaten, die Freunde oder Verwandte für die Infanterie anwerben, während einer sechswöchigen Aktion einen Bonus von 500 Pfund (735 Euro) zahlen. Ein der Zeitung vorliegendes Dokument des britsichen Verteidigungsministeriums besagt, daß nur die Hälfte der benötigten Rekruten in diesem Jahr angeworben werden konnten. Schon jetzt fehlen der Infanterie demnach 1.859 Soldaten zu ihrer Sollstärke von 28.000 Soldaten. Bis zum kommenden März wird diese Zahl voraussichtlich auf 2.288 steigen - über 8 Prozent der Sollstärke.

Mehreren Bataillonen fehlen jeweils über 100 Soldaten zu ihrer Sollstärke. Bei den "Welsh Guards" ist dieses Problem derart groß, daß sie vor ihrem Einsatz in Bosnien im Oktober des kommenden Jahres von einer 100 Mann starken Kompanie der Gurkhas verstärkt werden wird. Selbst im Regiment der Fallschirmspringer fehlen pro Bataillon 60 Soldaten und diese Zahl wird innerhalb von sechs Monaten auf 80 steigen.

Sollte sich diese Entwicklung weiter fortsetzen, was anzunehmen ist, wurde doch erst am Samstag erneut ein britischer Soldat in Afghanistan getötet und 5 weitere verletzt, so könnte dies mittelfristig die britischen Möglichkeiten, sich an den Angriffskriegen der USA zu beteiligen, empfindlich schmälern.



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