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Nachschubprobleme

US-Militär schießt zuviel

01.11.2005  






Ein Artikel des "Plain Dealer" vom Dienstag läßt ein weiteres Mal erahnen, wie die Lage im Irak derzeit ist. Demnach wird das schwere Maschinengewehr M2 derart häufig eingesetzt, daß bereits ernste Probleme bei der Versorgung mit entsprechender Munition auftreten.

Obwohl die Lake City Munitionsfabrik in Independence im US-Bundesstaat Missouri 1.000 neue Arbeiter eingestellt hat und die Produktion der 12,7 Millimeter-Patronen (0,5 inch) von 10 Millionen auf 50 Millionen pro Jahr gesteigert hat, reicht dies nicht aus, um den Verbrauch durch US-Soldaten auszugleichen.

Im Depot Blue Grass des US-Heeres in Richmond im US-Bundesstaat Kentucky lagerten zu Beginn des Irakkrieges rund 12 Millionen Schuß vom Kaliber 12,7 Millimeter in Betonbunkern. Sie stammten aus dem ersten Krieg der USA gegen den Irak, aus dem Vietnamkrieg, dem Koreakrieg und sogar dem 2. Weltkrieg. Als die Besetzung des Iraks in ihr zweites Jahr ging, war dieser Vorrat schon auf 4 Millionen Schuß abgeschmolzen.

Darryl Brewer, Leiter der Logistik des Munitionsdepots, hat vor kurzem begonnen, Kisten zu entstauben, deren Herstellungsjahr mit 1945 angegeben ist und erste Testschüsse durchgeführt, die bisher größtenteils zufriedenstellend verlaufen sind. Das bedeutet allerdings noch nicht, daß sie auch im Irak eingesetzt werden können, da damals die Metallzerfallgurte, auf denen die Patronen in das Maschinengewehr geführt werden, anders konstruiert waren. Die Verbindungsstücke müssen mit Hilfe einer Maschine entfernt und passende verwendet werden. Die hierfür verwendete Maschine war selbst bereits so alt, daß Techniker erst Teile anfertigen mußten, um sie in Gang setzen zu können.

Der Zeitpunkt, an dem dieses Depot auch die letzte Patrone M2-Munition in den Irak geliefert haben wird, ist also offenbar nicht mehr fern.

Das von einem M2 abgefeuerte Projektil hat ein Gewicht von rund 45 Gramm. Die US-Besatzer im Irak feuern also allein aus diesen Waffen jährlich 1.800 Tonnen Stahl auf die Bevölkerung des Landes ab. Die Projektile haben eine maximale Reichweite von 6.800 Metern und durchschlagen noch in 500 Metern Entfernung leicht gepanzerte Ziele. Soldaten im Irak berichten, daß die Projektile auf kürzere Entfernung einen Menschen, die hinter ihm stehende Betonmauer und noch mehrere Häuser dahinter durchschlagen - und zweifellos auch weitere Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt am "falschen Ort" in ihren Häusern aufhalten.

Die Feuergeschwindigkeit eines M2 beträgt 600 Schuß pro Minute.



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