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Andauernde Umweltverschmutzung

Brandschutzmittel in Aalen

05.11.2005  






Was macht ein Fischhändler wenn es brennt? Er wirft seine Aale ins Feuer, um den Brand zu löschen.

Tatsächlich gibt ein am Donnerstag von Greenpeace veröffentlichter Bericht, demzufolge in 10 europäischen Ländern gefangene Aale teilweise stark mit Flammschutzmitteln belastet waren, allerdings kaum Anlaß für derartige Witze, belegt er doch, daß auch schon lange verbotene Stoffe sich noch immer in hohen Konzentrationen in der Umwelt befinden.

Zwar wurde das Inverkehrbringen von Polychlorierten Biphenylen (PCB) in Deutschland schon 1989 endgültig verboten, die fünf im Main bei Bamberg gefangenen Fische enthielten aber trotzdem im Mittel eine Belastung von über einem halben Milligramm PCB pro Kilogramm Körpergewicht der Aale. Dieser Wert wurde nur noch von den Proben aus dem Hollandsiep in den Niederlanden übertroffen. Diese enthielten 1,5 Milligramm pro Kilogramm.

PCB-Belastung in Aalen
PCB-Belastung in Aalen, Quelle: Greenpeace


Die US-Umweltschutzbehörde EPA hält eine Aufnahme von höchstens 70 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag für vertretbar, so daß ein 75 Kilogramm schwerer Mensch schon durch den Verzehr von 12 Gramm Aal die Tageshöchstdosis erreichen würde. Für eine Portion von 150 Gramm Aal müßte ein Mensch also rechnerisch über eine Tonne wiegen.

PCB reichern sich im Körper an und können zu verschiedenen Vergiftungserscheinungen wie beispielsweise Leberschäden führen und sind darüber hinaus auch krebserregend. Außerdem können sie die Plazentaschranke durchdringen und so ungeborene Kinder schädigen. Da PCB sich insbesondere an Fett anlagern, enthält auch Muttermilch häufig einen hohen Anteil PCB.

Ein ähnliches Belastungsbild ergibt sich in Deutschland für das Flammschutzmittel Hexabromocyclododecan (HBCD). Hier waren zwar die im Rhein bei Riedstadt gefangenen Proben am stärksten belastet, im Ländervergleich ist dies allerdings wiederum die zweithöchste gefundene Schadstoffmenge und wurde nur noch durch Proben aus der Themse in London übertroffen.

HBCD-Belastung in Aalen
HBCD-Belastung in Aalen, Quelle: Greenpeace


Angesichts der Tatsache, daß auch schon lange nicht mehr verwendete Stoffe sich immer noch in den Aalen fanden, weist Greenpeace in einer Erklärung im Hinblick auf die derzeitigen Bestrebungen auf EU-Ebene für ein neues Gesetz zum Schutz von Mensch und Umwelt (REACH) auf die Dringlichkeit der Beschränkung der zulässigen Chemikalien auf erwiesenermaßen unschädliche hin.

Die Bestrebungen des Gesetzes, Gesundheits- und Sicherheitsinformationen für 30.000 Stoffe zur Verfügung zu stellen, werden derzeit durch massive Lobbyarbeit untergraben. Schon unterstützen mehrere Politiker und Regierungen die Forderungen der Industrie, 20.000 Stoffe weiterverwenden zu können, ohne daß Informationen zu ihren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bekannt wären.





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