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Revisionismus

Bush kritisiert Kritiker

11.11.2005  






Einem Bericht der New York Times vom Freitag zufolge hat US-Präsident George W. Bush seine Kritiker am "Veteranentag" seinerseits scharf angegriffen.

Vor seinem bevorzugten Publikum - US-Soldaten - warf er seinen Kritikern im Depot des US-Heeres Tobyhanna vor, sie versuchten, die Geschichte hinsichtlich der Entscheidung zum Krieg umzuschreiben. "Während es absolut legitim ist, meine Entscheidungen oder die Führung des Krieges zu kritisieren, ist es äußerst unverantwortlich, die Geschichte dahingehend umzuschreiben, wie der Krieg begann", so Bush, womit er allerdings ohne jeden Zweifel seine Gegner kritisieren und keinen Kommentar zu seinem eigenen Geschichtsrevisionismus abgeben wollte.

"Bei dem weltweiten Krieg gegen den Terror steht zu viel auf dem Spiel und das nationale Interesse ist zu wichtig, als daß Politiker mit falschen Anschuldigungen um sich werfen", sagte er. "Diese unbegründeten Angriffe" - er meinte die Kritik am Krieg gegen den Irak, nicht die Angriffskriege der USA selbst - "senden das falsche Signal an unsere Soldaten und an einen Feind, der Amerikas Entschlossenheit infragestellt." Diese letzte Äußerung ist sicherlich bemerkenswert, scheint es doch so, als ginge es mittlerweile mehr darum, nicht klein beizugeben, denn diesen Krieg, aus welchen Gründen auch immer, zu gewinnen.

"Einige Demokraten und Kriegsgegner behaupten nun, wir hätten die Geheimdienstinformationen manipuliert und das amerikanische Volk darüber getäuscht, warum wir in den Krieg zogen", so Bush. "Diese Kritiker sind sich sehr wohl bewußt, daß eine Untersuchung des US-Senats keine Beweise für politischen Druck fand, die Einschätzung der Geheimdienste hinsichtlich der irakischen Waffenprogramme zu ändern. Sie wissen ebenfalls, daß Geheimdienste auf der ganzen Welt unserer Einschätzung von Saddam Hussein zustimmten."

Hierbei vergaß er allerdings, daß der damalige CIA-Direktor George Tenet persönlich bei einer Befragung durch den US-Kongreß ausgesagt hatte, das Weiße Haus habe darauf bestanden, der Hinweis auf vorgebliche Bestrebungen des Iraks, Uran in Afrika zu kaufen, in Bushs Rede zur Lage der Nation blieb.

"Und es gab diese Verhandlungen zwischen dem Weißen Haus und der CIA, wie weit man gehen und nahe an der Wahrheit bleiben konnte und unglücklicherweise wurden diese 16 Worte einbezogen in diese wichtigste Rede des Präsidenten überhaupt", berichtete US-Senator Dick Durbin im Juli 2003 von Tenets Befragung.

Auch die Tatsache, daß sich die Geheimdienste anderer Staaten der Einschätzung der US-Geheimdienste anschlossen, kann kaum verwundern. Ganz abgesehen von politischen Motivationen beruhten ihre Einschätzungen doch zum großen Teil auf von den USA zur Verfügung gestellten "Informationen".

Bush zufolge hatte auch John Kerry, sein Gegner bei der vergangenen Präsidentschaftswahl, für den Krieg gestimmt, weil der irakische Präsident Saddam Hussein "ein tödliches Arsenal von Massenvernichtungswaffen in seinen Händen hatte" und weil er "eine Bedrohung und eine ernste Gefahr für unsere Sicherheit" war. Schon damals gab es keine objektiven Berichte über irakische Massenvernichtungswaffen - die UN-Inspektionen hatten keinerlei Hinweise ergeben - und mittlerweile ist zweifelsfrei erwiesen, daß der Irak zum Zeitpunkt des Angriffs keine Massenvernichtungswaffen mehr besaß. Es fällt schwer, Bushs anderslautende Behauptung in seiner Rede nicht als kompletten Realitätsverlust - oder unglaublich dreiste Lüge - zu bezeichnen.



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