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Immer wieder nur Erfolge

Anhaltende Offensive im Irak

15.11.2005  






Unter Berufung auf das US-Militär - wie üblich die einzige Quelle für "Informationen" - berichtete AP am Dienstag, daß die schon vor eineinhalb Wochen begonnene US-Offensive "Stählerner Vorhang" weiter fortgesetzt wird.

Ziel der Offensive ist demnach derzeit die Stadt Al-Ubaydi, die wie die anderen im Rahmen der Offensive angegriffenen Orte auch nahe der Grenze zu Syrien liegt. Der Meldung zufolge sind die Soldaten durch den größten Teil der Stadt "hindurchgefegt", an dieser Aussage bestehen aber begründete Zweifel. Nicht nur, daß das US-Militär bereits den Tod von 3 US-Soldaten am Montag und Dienstag zugegeben hat, es berichtete auch, daß es in der Stadt erneut zu Häuserkampf - die verlustträchtigste Art der Kriegführung - kommt. "Irakische und Koalitionsstreitkräfte säubern die Stadt weiterhin Haus für Haus, wobei sie gelegentlich auf Gebäude stoßen, die mit Sprengstoffallen ausgerüstet worden sind", so das US-Militär. Da die Widerstandskämpfer mindestens eine Woche Zeit hatten, sich auf den zu erwartenden Angriff auf ihre Stadt vorzubereiten, dürfte die Formulierung "gelegentlich" ziemlich beschönigend sein.

Nach Darstellung des US-Militärs wurden allein am Dienstag 30 "Terroristen" getötet und 50 weitere am Montag, die meisten von ihnen durch Bombenangriffe aus der Luft. Hierbei ist es sicherlich nicht unwichtig, sich erneut ins Gedächtnis zu rufen, daß das derzeitige Kampfgebiet eine von Menschen bewohnte Stadt ist. Es kann daher mit Sicherheit angenommen werden, daß sich unter den von den US-Soldaten getöteten 80 "Terroristen" eine Vielzahl von unschuldigen Zivilisten befinden. Daß dies erneut eine Verletzung des Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen - Artikel 51 untersagt ausdrücklich "unterschiedslose Angriffe", zu denen auch ein Angriff zählt, "bei dem damit zu rechnen ist, dass er auch Verluste an Menschenleben unter der Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder mehrere derartige Folgen zusammen verursacht, die in keinem Verhältnis zum erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen" - scheint angesichts der Regelmäßigkeit, mit der derartige Kriegsverbrechen seitens der USA begangen werden, kaum noch erwähnenswert. Auch wenn die beiden Zusatzprotokolle der Genfer Konventionen nie durch die USA ratifiziert wurden, so kann dies kaum als Argument dafür gelten, daß es sich hier nicht um ein verbrecherisches Verhalten handelt.

Es ist sicherlich bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Medien weiterhin die Behauptung des US-Militärs, bei solchen Bombardements würden ausschließlich Widerstandskämpfer getötet, akzeptieren, obwohl sich derartige Aussagen in zahllosen Fällen später als falsch erwiesen haben. Letztlich kann dies nur als ein weiterer Beleg für eine einseitige und parteiische Presse gewertet werden. Es mag Journalisten aus Sicherheitsgründen nicht zuzumuten sein, sich in eine Stadt zu begeben, die gerade von den US-Besatzern angegriffen wird, für einen kritischen Umgang mit den Erfolgsmeldungen des US-Militärs ist dies aber auch nicht zwingend notwendig.



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