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Kriegsmüdigkeit

US-Abgeordneter fordert unverzüglichen Abzug

17.11.2005  






Ein CNN-Bericht vom Donnerstag zeigt, daß die Kriegsmüdigkeit in den USA angesichts anhaltend hoher Verluste der US-Besatzungsarmee im Irak offenbar zunimmt.

Der Abgeordnete der Demokratischen Partei aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania, John Murtha, hat gegenüber Journalisten einen unverzüglichen Abzug des US-Truppen aus dem Irak gefordert.

"Es ist an der Zeit für eine Richtungsänderung. Unser Militär leidet, die Zukunft unseres Landes ist in Gefahr. Wir können mit den derzeitigen Kurs nicht weitermachen. Es ist offensichtlich, daß fortgesetztes militärisches Engagement im Irak nicht im Interesse der Vereinigten Staaten, des irakischen Volkes oder der Region des Persischen Golfs ist", so Murtha.

Murtha, ein mit Orden ausgezeichneter US-Soldat während des Vietnam-Krieges, ist seit über 30 Jahren Mitglied des US-Kongresses und genießt wegen seiner Kenntnisse von militärischen Angelegenheiten Respekt beider großer US-Parteien.

Seiner Ansicht nach würde ein Abzug der US-Truppen der "irakischen Regierung" einen zusätzlichen Anreiz liefern, "den Konflikt" von "ihren eigenen Streitkräften" kontrollieren zu lassen. Hierbei vergaß er aber offensichtlich, daß die "irakische Regierung" kaum mehr als eine Marionette der US-Regierung ist.

Im Jahr 2002 hatte Murtha noch dafür gestimmt, US-Präsident George W. Bush zu erlauben, den Irak anzugreifen. In der Zwischenzeit lehnte er den Irakkrieg und die Besatzung allerdings zunehmend ab.

"Der Krieg im Irak läuft nicht wie angekündigt. Es ist eine fehlerhafte Politik, verpackt in Illusionen", so Murtha.

Auch wenn sein Standpunkt sicherlich zu begrüßen ist, so ist doch bemerkenswert, daß er wie viele andere US-"Kriegsgegner" auch allein die Sichtweise der USA vertritt. Als Begründung für seine Kritik an dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg dienen ihm allein die Verluste der USA und die politische Erfolglosigkeit des Krieges, aber keineswegs das Leid der irakischen Bevölkerung und der Tod von vermutlich 150.000 bis 200.000 Irakern, der durch den Angriff und die Besatzung verursacht wurde.





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