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Britische Kriegsverbrechen

Auch Briten setzen weißen Phosphor ein

21.11.2005  






Ein Bericht des britischen Telegraph vom Sonntag belegt, daß weißer Phosphor im Irak keineswegs nur durch das US-Militär als Waffe eingesetzt worden ist.

In seiner Autobiographie schrieb der britische Oberst Tim Collins - zum Zeitpunkt des Angriffs auf den Irak noch Oberstleutnant und Kommandeur des 1. Bataillons des Königlichen Irischen Regiments des britischen Militärs - daß er selbst seinen Soldaten beigebracht habe, weißen Phosphor als Angriffswaffe gegen Iraker einzusetzen.

Im Hinblick auf die Kämpfe in der südirakischen Stadt Basra schrieb er: "Der Star der Show war die neue Granate, die erst seit dem vorangegangenen Sommer verfügbar war. Sie zerstörte alles in einem Zimmer, in das sie geworfen wurde. Ich wies die Männer an, sie wenn möglich mit weißem Phosphor einzusetzen, da der giftige Rauch und die Hitze die Wirkung hatten, jeden Feind aus seiner Deckung zu bringen, während die Splittergranaten sie zerfetzen würden."

Es ist sicherlich kein Zufall, daß dies eine genaue Beschreibung der vom US-Militär als "erschüttern und braten" bezeichneten Vorgehensweise ist.

Ebenfalls am Sonntag veröffentlichte der Telegraph einen kurzen Artikel des "eingebetteten Journalisten" Toby Harnden, in dem dieser berichtet, daß er Augenzeuge wurde, wie weißer Phosphor vom US-Militär in Fallujah eingesetzt wurde. Demnach wurden sogar schon vor Beginn des Sturms auf die Stadt Artilleriegranaten mit weißem Phosphor auf die Stadt abgefeuert. Spätestens diese Aussage macht klar, daß die Waffe keineswegs nur "gezielt" gegen Widerstandskämpfer eingesetzt worden ist, wie immer wieder behauptet. Der Artikel belegt aber auch ein weiteres Mal, daß von "eingebetteten Journalisten" nur in den seltensten Fällen eine wirkliche Berichterstattung zu erwarten ist. Erst jetzt "erinnert" er sich daran, daß damals von "erschüttern und braten"-Missionen, bei denen weißer Phosphor eingesetzt wurde, die Rede war.

Harnden zufolge wurde weißer Phosphor nur eingesetzt, wenn die Kommandeure "sicher waren, daß keine Zivilisten anwesend waren". Schon die reine Entfernung, auf die die Waffe eingesetzt wurde, straft diese Behauptung zweifellos lügen. Eine interessante Note erhält diese Behauptung aber auch angesichts eines AP-Berichts vom 27. Oktober, der die regelmäßige Übernahme von Häusern irakischer Zivilisten durch die Besatzer thematisierte. Zumindest teilweise werde den Bewohnern der Häuser dabei gestattet, während dieser "Hausbesetzung" in wenigstens einem Zimmer ihres Hauses zu bleiben. Die sich hierbei stellende Frage ist sicherlich, ob dies aus "Nettigkeit" geschieht, oder um sie als "menschliche Schutzschilde" gegen Angriffe des Widerstandes zu benutzen.

In diesem Zusammenhang ist es sicherlich auch interessant, daß das US-Verteidigungsministerium weißen Phosphor im Jahre 1995 noch der Ansicht war, daß es sich bei weißem Phosphor um eine chemische Waffe handelt. Während das US-Militär heute immer wieder betont, daß weißer Phosphor nur eine "konventionelle Waffe" sei, wurde damals der irakischen Regierung unter Saddam Hussein vorgeworfen, diese "chemische Waffe" gegen die kurdische Bevölkerung des Landes eingesetzt zu haben. Damals berichtete das US-Verteidigungsministerium noch, daß "hunderttausende Kurden" in Reaktion auf die Angriffe mit weißem Phosphor geflohen seien. Dieser sei statt Nervengas eingesetzt worden, da eine Vergeltung durch die US-geführte Koalition befürchtet worden sei - eine weitere Aussage, die zeigt, daß es sich hier um eine vergleichbare Waffe handelt.

Bericht des US-Verteidigungsministeriums
Weißer Phosphor war noch 1991 gemäß dem US-Verteidigungsminsterium eine "chemische Waffe"

Einem Bericht des Belfast Telegraph vom Monat zufolge ist die britische Regierung nun außerdem wegen des verbreiteten Einsatzes von Streubomben im Irak angegriffen worden. Demnach wird die Organisation "Landmine Action" in dieser Woche einen Bericht vorlegen, der die Frage aufwirft, welche Maßnahmen seitens Großbritannien getroffen wurden, um die irakische Bevölkerung vor den Streubomben - die in ihrer Wirkung auf Zivilisten Antipersonenminen sehr ähnlich sind - zu schützen. Diese Frage werde in dem Bericht mit "wenig oder nichts" beantwortet.

Der bedeutende Unterschied zu den USA ist, daß Großbritannien auch die Zusatzprotokolle zu den Genfer Konventionen von 1977 ratifiziert hat, so daß der Einsatz derart unterschiedsloser Waffen in von Zivilisten bewohnten Gebieten verfolgbare Kriegsverbrechen darstellt.



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