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"Es war Bush todernst"

Bush wollte Aljazeera bombardieren

22.11.2005  






Schon bisher weckte die große Zahl von "Irrtümern", "Unfällen" und "Verwechslungen", bei denen aber dennoch mit bemerkenswerter Präzision immer wieder Journalisten durch US-Soldaten getötet worden, einiges Mißtrauen.

Ein Bericht des britischen Daily Mirror vom Dienstag läßt nun kaum noch einen Zweifel zu, daß die Mehrheit dieser Fälle, insbesondere auch die Bombardierung der Büros des arabischen Senders Aljazeera in Kabul und Baghdad, mit voller Absicht geschehen ist.

Einem der höchsten Geheimhaltung unterliegenden Dokument zufolge sagte US-Präsident George W. Bush am 16. April des vergangenen Jahres im Weißen Haus in Washington bei einem Treffen gegenüber dem britischen Premierminister Tony Blair, er wolle die Zentrale des Senders in Doha im Emirat Qatar bombardieren. Blair habe ihn daraufhin überredet, diesen Plan fallenzulassen.

Eine ungenannte Quelle sagte: "Es gibt keinen Zweifel, was Bush wollte und keinen Zweifel, daß Blair nicht wollte, daß er es tut. Das Dokument ist hochexplosiv und äußerst schädlich für Bush. Er machte klar, daß er Al-Jazeera in Qatar und anderswo bombardieren wolle. Blair antwortete, daß dies zu einem großen Problem führen würde."

Der Hinweis eines Regierungsbeamten, Bushs Aussage sei "humoristisch, nicht ernsthaft" gewesen, wird auch von einer weiteren Quelle bestritten.

"Bush war es todernst, wie auch Blair. Soviel ist durch die von beiden Männern verwendeten Worte absolut klar", so die Quelle.

David Keogh, ein Beamter innerhalb des Büros der britischen Regierung, wird vorgeworfen, eine Kopie der Gesprächsabschrift an Leo O'Connor, der früher für den ehemaligen britischen Abgeordneten Tony Clarke arbeitete. Clarke seinerseits gab das Dokument an die Regierung zurück. Sowohl Keogh als auch O'Connor werden sich in der kommenden Woche wegen "Geheimnisverrats" vor Gericht verantworten müssen.

Der frühere britische Verteidigungsminister Peter Kilfoyle forderte die Regierung auf, das Dokument zu veröffentlichen.

"Ich glaube, daß die Regierung das Dokument im Interesse der Transparenz veröffentlichen muß, da ein großer Teil an die Öffentlichkeit gelangt ist", sagte er. "Ich denke, sie müssen klarstellen, was bei dem Ereignis wirklich passiert ist. Wenn es stimmt, daß Präsident Bush Aljazeera in einem immerhin friedlichen Land bombardieren wollte, spricht dies Bände und wirft Fragen hinsichtlich späterer Angriffe auf, die sich gegen Presse richtete, die nicht in Koalitionsstreitkräfte eingebettet waren."





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