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Plünderung

Die Privatisierung des irakischen Öls

22.11.2005  






Am Dienstag berichtete der britische Independent über einen am gleichen Tag von der Organisation "War on Want" (WOW) vorgestellten Bericht, der die Auswirkungen der Pläne für die irakische Ölindustrie für das Land beleuchtet.

Zur Regierungszeit des durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg unter Führung der USA gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein befand sich die irakische Ölindustrie vollständig in Staatsbesitz. Seit der Eroberung des Iraks wird am Abschluß von "production sharing agreements" (PSA, "Produktionsteilungsabkommen") gearbeitet, die letztlich, auch wenn dies auf dem Papier anders dargestellt wird, nicht nur eine Privatisierung der Ölindustrie, sondern auch ihre Übereignung an ausländische Unternehmen bedeuten.

Ausgehend von einem Rohölpreis von 40 US-Dollar pro Barrel - weitaus niedriger als der tatsächliche derzeitige Preis - schätzt WOW den Verlust, den der Irak durch diese Abkommen im Laufe einer Vertragslaufzeit von 40 Jahren erleiden würde, auf 108 bis 283 Milliarden Euro.

Andrew Simms von der New Economics Foundation (NEF), die an der Erstellung des WOW-Berichts mitgewirkt hat, sagte: "Im Verlauf des letzten Jahrhunderts haben Großbritannien und die USA eine weltweite Spur der Konflikte, sozialen Unruhen und Umweltschäden gezogen, während sie versuchten, einen unverhältnismäßigen Anteil der Ölreserven der Welt zu erbeuten und zu kontrollieren. Nun scheinen sie entschlossen zu sein, ihre ökologischen Schulden auf Kosten des Iraks weiter zu vergrößern. Statt eines Neubeginns ist der Irak in einer sehr alten kolonialen Falle gefangen."

"Den Menschen wird zunehmend bewußt, daß es beim Irakkrieg um Öl, Profite und Plünderung ging. Entgegen Behauptungen von Politikern, daß dies eine Verschwörungstheorie sei, liefert unser Bericht detaillierte Beweise dafür, daß die irakischen Ölgewinne sich sehr wohl im Visier der multinationalen Ölkonzerne befinden", so Louise Richards, Geschäftsführerin von WOW.

Offiziell wird die Beteiligung ausländischer Unternehmen mit dem riesigen Finanzbedarf für die Modernisierung und den Wiederaufbau der irakischen Ölindustrie begründet. Nicht nur, daß hierfür aber auch ebensogut einfache Kredite aufgenommen werden könnten, die der irakischen Ölindustrie ihre Unabhängigkeit lassen würden, tatsächlich war es dem Irak auch nach dem langjährigen Krieg gegen den Iran und dem auf den Angriff auf Kuwait folgenden Golfkrieg mit seinen schweren Zerstörungen der Infrastruktur des Landes in kurzer Zeit gelungen, trotz der drakonischen Sanktionen seine Ölförderung schnell wieder aufzubauen.

Dem WOW-Bericht zufolge erwarten ausländische Ölkonzerne im Irak Investitionsgewinne zwischen 42 und 162 Prozent, was deutlich macht, wie leicht der Irak den Wiederaufbau dieser Industrie ohne fremde Beteiligung selbst betreiben könnte, würde diese Beteiligung nicht gerade im Interesse der Besatzer liegen.





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